Kooperationen
Über uns Newsletter

Der Badicheck

Wo hats das beste Babybecken? Wer serviert das beste Essen? Wo gefällts den Teenies? Die Berner Freibäder im Familientest.
5 Jun 2017
Bilder — Bruna Casagrande

Die Freibäder der Stadt Bern haben eine lange Tradition: Im Marzili beispielsweise wird bereits seit 1782 gebadet. Ein Hauch Nostalgie liegt in allen Berner Badis in der Luft, denn viel investiert wurde in den letzten Jahren nicht. Dass ab 2017 nun in den Freibad-Beizlis neue Pächter wirten, ist deshalb eine kleine Sensation. Endlich gibt es guten Kaffee! Und nicht nur das. Ein kleiner Berner Badi-Führer.

Wylerbad

Das hügelige Areal des Wylerbad ist grosszügig angelegt und hat wirklich jeder Altersgruppe etwas zu bieten. Mehrere Schwimmbecken unterschiedlicher Tiefe, ein grosses Kinderbecken, ein Sandkasten mit Brunnen und sogar ein Fussballfeld finden hier Platz. Rentnerpaar neben Grossfamilie, Multikulti neben Spiessbürgertum: So sieht ein urbanes Bad aus. Neuerdings finden sich auf der Karte des Wyler Beizli auch Hummus mit Brot und Vegi-Burger, gleichzeitig denkt sich, wer als Kind schon hier war: Es hat sich eigentlich nichts geändert. War gut, bleibt gut. (Bruna)

  • Wo Scheibenstrasse 65. Bus Nr. 20 bis Breitfeld oder Bus Nr. 26 bis Wylerbad. Karte
  • Oh Yeah Viel Platz, viel Schatten, viel Wasser und ein super Spielplatz für kleine Kinder.
  • Oje Was für ein Trubel an heissen Tagen! Wers ruhig mag, ist hier fehl am Platz.

Ka-We-De

Als absolute Anti-Schlöflerin konnte ich dem Ka-We-De nie viel abgewinnen. Ihre grossartigen Qualitäten als Badi habe ich leider erst vor ein paar Jahren im Rahmen eines akuten Marzili-Kollers entdeckt. Da gibt es beispielsweise im hinteren Teil viel Schatten, einen fantastischen Kinderbereich mit Sandkasten und drei unterschiedlich tiefen Becken sowie einer Mini-Rutschbahn. Und die Toiletten sind auch gerade nebenan, so praktisch! Das grosse Becken hat den Vorteil, dass es nirgends tiefer als 1.10 m ist, dazu locken die grosse Rutschbahn (die sich aber auch für Kleine eignet) und die unzähligen schwimmenden Gimmicks, die bei den Kindern heiss begehrt sind. Und das in Bern einzigartige Wellenbad ruft auch noch aus Teenies freudige Angstschreie hervor. Das Beizli bietet nun hausgemachten Eistee, feine Glacé (mmmh, der Himbeer-Fruchtstengel) und richtig guten Kaffee. Was für eine Verbesserung! (Eva)

  • Wo Bus Nr. 19 bis Ka-We-De. Karte
  • Oh Yeah Familienfreundlich, sauber, grosszügig und selten übervoll.
  • Oje Als einziges Freibad Berns verlangt das Ka-We-De Eintritt. Wir finden aber, dass sich diese Ausgabe lohnt.

Weyerli

Der See unter den Berner Badis und darum seit den Kindern hoch im Kurs. Selbst an heissen Tagen verteilt sich die Badeschar gut ums grosse Becken und auch Schattenplätze gibt es genug für alle. Allen voran das Kinderbecken beim Hintereingang unter der Autobahnbrücke ist bei klassischem Badiwetter ein Volltreffer: Stetig mit neuem Wasser versorgt, bleibt das kühle Nass schön frisch, Zu- und Abfluss verwandeln Blätter, Bälle und Sandförmchen in farbenfrohe Schiffchen und die wunderbaren alten Linden spenden perfekten Nachmittagsschatten. Stand- und wassersicherere Kinder vergnügen sich am flachen Rand des grossen Beckens, grössere im halbtiefen und mit Riesenschwimmringen ausgestatteten Bereich, die ganz grossen wiederum finden ihr Badiglück auf Floss und Sprungbrett. Die neu komplett Nestlé- und Slush-freie Glacékarte mag einige von ihnen beelenden, wir finden sie grossartig. (Karin)

  • Wo Tram Nr. 7 oder 8 bis Europaplatz Bahnhof oder Postauto Nr. 101 bis Weyermannshaus. Karte
  • Oh Yeah Das Kinderbecken beim Hintereingang und die Schweizer Glacés.
  • Oje Eine Kinderkrankheit, die sich mit laufender Badesaison auswachsen wird, mit Kindern aber trotzdem von Belang ist: Das gute Essen (täglich wechselnde Mittagsmenus, Hamburger im Brioche-Bun, knusprige Pommes) muss man sich je nach Wochentag und Zeit hart verdienen. Also besser schon vor dem grossen Hunger Richtung Beizli losziehen.

Lorraine

Lange galt das Lorrainebad als Badi der Alternativen, wo man sich ungehemmt oben ohne in die Sonne legen konnte. Heute sind Berns Hipster hier gut vertreten, mit Bikinioberteil und auch mit Kindern. Wer jedoch mit ganz Kleinen herkommt, wird enttäuscht: Das sehr kleine Kinderbecken ist schnell überfüllt, Spielplatz und Sandkasten liegen in der prallen Sonne, und überhaupt sollte sich, wer einen Schattenplatz sucht, früh breit machen. Der Aufenthalt in der neuen Lorrainebad-Buvette könnte sich unentspannt gestalten: Es gibt kaum Abschrankungen zum tiefen Schwimmbecken, das unmittelbar daneben liegt. Für grössere Kinder und Erwachsene ist das Bad jedoch eines der schönsten Berns: Grün und grüner sind Wasser und Umgebung, entspannt ist die Stimmung und wunderbar zum Spielen eignet sich der Bach, der das Schwimmbecken mit frischem Grundwasser speist. (Bruna)

  • Wo Nicht mit dem Auto anreisen! Zu Fuss mit ÖV gehts am schnellsten via Treppe bei der Lorrainebrücke, Haltestelle Gewerbeschule, Bus Nr. 20. Karte
  • Oh Yeah Kein Chlor  – im Schwimmbecken lassen sich Fische beobachten. Und optisch macht das traditionsreiche Lorrainebad von allen am meisten her.
  • Oje Schattenplätze sind Mangelware, Bébébädli und Sandkasten sehr klein bemessen. Mit Familien-Badi-Ausrüstung oder sogar Kinderwagen ist der Aufstieg zurück in die Lorraine eine wahre Herausforderung.

Marzili

Das berühmte Freibad mit der unschlagbaren Aussicht aufs Bundeshaus ist eine Institution. Hier sieht man und wird gesehen, insbesondere auf der Holzpritsche entlang der Aare, und im Hochsommer reiht sich ein Tüechli ans nächste: Das Marzili ist der Mainstream-Hit unter den Berner Freibädern. Grösseren Kindern gefällt es hier besonders, weil es Becken in allen Wassertiefen hat, und ab dem Teenie-Alter gibt es sowieso keinen besseren Sommerort mehr. Die Beiz war bislang old school, diese Saison haben wir sie noch nicht getestet. Alternativ: Die Bäckerei Fürst gleich nebenan bäckt die besten Fruchtkuchen der Stadt, und grad ennet der Strasse hats eine Filiale der Gelateria di Berna. (Sarah)

  • Wo Marzilistrasse 29. Ab Bahnhof zum Marzilibähnli gehen, runterfahren, dann noch einige Schritte runter Richtung Aare. Karte
  • Oh Yeah Eine Oase wenige Minuten vom Stadtzentrum. Direkter Zugang zur Aare. Neuer Spielplatz. Sichtgeschützter Frauenbereich.
  • Oje Das Babybecken ist munzig, um es grad Berndeutsch zu sagen. Im Hochsommer hoffnungslos überfüllt.

Tipps für den sicheren Badibesuch mit Kleinkindern geben die Schweizer Lebensretter.

Und wo badet ihr am liebsten?

 

 

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

13. Juni 2017
Sarah
Merci für den Tipp! Kannte ich gar nicht.
5. Juni 2017
nina
Badi Weiermatt im Zentrum von Köniz. Es hat mehrere Planschbecken für die Kleinen, sehr abwechslungsreich gestaltet.