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Düdado! Drei Ausflüge mit dem Postauto

Subventionsskandal hin oder her: Kinder sind fasziniert vom «Poschi». Drei familienfreundliche Postautofahrten.
6 Apr 2018

Für Berner Stadtkinder ist der Bus rot. Für diejenigen, die ihre Kindheit auf dem Lande verbracht haben, ist der Bus gelb. Er heisst auch nicht «Bus» oder «Böss», sondern «Poschi». Es fährt nicht durch den Stadtverkehr mit unzähligen Rotlichtern, sondern gemütlich Überland, über Berg und Tal. Zeit, den Stadtkindern das «Poschi» näherzubringen – auf drei familienfreundlichen Postautofahrten:

Die Spektakuläre: Auf die Griesalp

«Hier erleben Sie Ihr steiles Wunder» – mit diesem Slogan wirbt Postauto Schweiz für die Kiental-Griesalp-Linie. Mit bis zu 28% Steigung ist sie die steilste Postautostrecke Europas. Wer wie ich, bei mathematischen Vergleichen auf taub stellt, muss die Strecke fast testen, um zu erleben, was das heisst. Die halbstündige Fahrt beginnt am Bahnhof Reichenbach und endet beim Kurhaus auf der Griesalp. Wir steigen auf halber Strecke beim Tschingelsee aus und sparen uns den spektakulären Teil für die Rückfahrt auf. Nun gehen wir zu Fuss weiter, was nicht minder spektakulär ist. Über den Wildwasserweg wandern wir vorbei am sprudelnden und schäumenden Hexenkessel, über moosige Treppen und durch gespenstischen Gischt, der von tosenden Wasserfällen emporsteigt.
Dann erreichen wir die Griesalp. Zu verweilen lohnt sich höchstens, um die Wanderkarte zu studieren oder die Ziegen zu streicheln. Doch wir wollen nicht weiter, sondern wieder runter. Ehe wir unser Poschi sehen, hören wir es: Düdado! Der Chauffeur scheint die Strecke nach unten im Schlaf zu kennen. Während wir versuchen, einen Blick aus dem Fenster in den Abgrund zu erhaschen, kurbelt er in einer Seelenruhe am Steuerrad. Kurve um Kurve windet sich das Poschi den Berg hinunter, zurück durchs Kiental nach Reichenbach.
Wanderzeit Tschingel-Griesalp: 1 Stunde, mit Kleinkindern ungefähr 2. Der Weg ist nicht kinderwagengängig. Entlang des Wassers ist Vorsicht geboten.
Verpflegung: Brätlistellen haben wir keine entdeckt, dafür das schmucke Restaurant Waldrand auf der Pochtenalp.
Anreise: Von Bern nach Reichenbach mit dem Zug (40 Minuten) und anschliessen mit dem Postauto auf die Griesalp (nochmals 45 Minuten).
Zur Einstimmung: Video der Strecke
Fahrplan

Die Sinnliche: Ins Sensorium Rüttihubelbad

Diese Postautostrecke führt direkt in die Welt der Sinne. Die halbstündige Fahrt beginnt am Fusse des Emmentals, am Bahnhof Worb und führt uns nach Walkringen bis zur Stiftung Rüttihubelbad.
Integriert in die Hotel-und Restaurantanlage Rüttihubelbad liegt das Gebäude des Sensoriums. Tritt man ein, taucht man in eine Welt voller anregenden Sinneserlebnissen. Blind und ohne Schuhe tasten wir uns über den Barfussweg, mit nassen Händen entlocken wir der Klangschale einige Töne, in der Einpunktschaukel, die ringsum hin-und herschaukelt, würden wir am liebsten übernachten, immer wieder drehen wir am Riesenkaleidoskop und sind entzückt über Form und Farben, zum Schluss schlagen wir den Gong und spüren den Ton bis tief in den Bauch.
Im Sensorium scheint der Zeitsinn stillzustehen, denn hier vergeht der Nachmittag auch bei schlechtem Wetter wie im Flug. Verpasst man das letzte Postauto, hat es im Hotel Rüttihubelbad zwei gemütliche Familienzimmer und im Restaurant die vermutlich schönste Kinderspielecke schweizweit!
Anreise: Von Bern mit dem Zug nach Worb und von dort aus mit dem Poschi; Fahrplan.
Besonderes: Idealer Schlechtwetterausflug!
Sensorium Rüttihubelbad

Die Nostalgische: In die Rosenlauischlucht

Mit der Rosenlaui-Linie (Meiringen–Grosse Scheidegg–Grindelwald) begibt man sich auf die Spur des grossen Dichters Goethe. Dieser hat schon 1779 die wunderschöne Landschaft des Rosenlauitals für sich entdeckt. Ob er sich damals auf einen Rundgang durch die Rosenlauigletscherschlucht gewagt hat? Wir tun es. Aber nur mit gutem Schuhwerk und lieber ohne Kleinkinder. Die lassen wir lieber beim Steinmanndligarten beim Ausgang der Schlucht. Denn die gewaltige Kraft des Wassers ist beeindruckend bis angsteinflössend. Eine kurze Wanderung von der Schlucht aus führt zur Schwarzwaldalp. Hier gibt’s auch für die Kinder was zu sehen: Eine historische, mit Wasser betriebene Säge, die noch immer in Betrieb ist. Wenn wir schon in alte Zeiten tauchen, lohnt sich einen Abstecher ins Belle-Epoque-Hotel Rosenlaui, Postautohaltstelle Rosenlaui, Hotel. Hier gibt’s Apfelkuchen im wildromantischen Garten oder einen Mehrgänger im altehrwürdigen Speisesaal.
Anreise: Von Bern nach Meiringen mit dem Zug (fast 90 Minuten) und anschliessen mit dem Postauto zur Gletscherschlucht (rund 30 Minuten). Fahrplan
Informationen: Rosenlauischlucht, Säge Schwarzwaldalp, Hotel Rosenlaui

* Nina von Allmen war früher vorzugsweise in der letzten Poschi-Reihe unterwegs. Heute, mit Kindern. sitzt sie am liebsten direkt beim Chauffeur, denn dort gibts mehr zu sehen und niemanden wird schlecht.

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