Bisherige Kooperationen
Über uns Newsletter

St. Ursanne statt
St. Tropez: Familienferien im Jura

Hier ist die Schweiz noch weit und wild: Der Jura und die Region Trois Lacs warten gerade im Herbst auf kleine und grosse EntdeckerInnen.
Kooperation
4 Sep 2020
Bilder — Sarah Pfäffli, Alexander Wäfler, Unsplash

In der Region Jura/Trois Lacs erlebt man für Schweizer Verhältnisse streckenweise noch so etwas wie eine raue Wildnis, wo das Auge weit und breit keinen Menschen erspäht und Kühe und Pferde anscheinend noch fast frei umherlaufen. Für eine Entdeckungsreise nimmt man sich am besten einige Tage Zeit, um die verschiedenen Facetten der Region zu erleben: Wanderungen, Begegnungen mit Tieren (auch mit ausgestorbenen), Aktivitäten drinnen und draussen – zu erleben gibts mehr als genug! Mit Kindern immer am bequemsten finden wir solche Reisen mit dem öffentlichen Verkehr, wo die Kleinen ihren grossen Bewegungsdrang idealerweise in einem Familienabteil ausleben können. Wir planen Zugreisen zudem immer auf die Mittagszeit, so vergeht schon viel Zeit mit dem Picknick. Bei unserer Kooperationspartnerin SBB gibts neben unseren Tipps viel weitere Inspiration für Ausflüge in die Region (plus momentan jeden Monat einen Ausflug zu gewinnen – hier gehts zum Wettbewerb).

Schönwetter-Ausflüge

Ein Zoo für ausgemusterte Raubtiere: Wer mit klassischen Zoos seine liebe Mühe bekundet, könnte sich mit dem Sikypark anfreunden: Dieser Zoo züchtet keine Ziere, um sie auszustellen und Profit zu machen (wer die Netflix-Serie über «Joe Exotic» gesehen hat, weiss, wovon wir schreiben), sondern rettet exotische und einheimische Tiere, die verletzt aufgefunden werden, unter schlechter Haltung leiden, vom Veterinäramt konfisziert wurden oder aufgrund ihres Gesundheitszustands getötet werden sollen. In Crémines erhalten diese Tiere ein neues Zuhause – und dazu gehören auch Raubtiere wie Tiger, Löwen, Luchse oder Wölfe. Mit RailAway gibts Ermässigung, Geburtstagskinder erhalten freien Eintritt. Anreise: Der Sikypark ist der einzige Schweizer Zoo mit einem eigenen Bahnhof: Crémines-Zoo.
Sikypark

Der Maibummel-Klassiker – die Taubenlochschlucht: Noch in Biel liegt die Pforte zu diesem wunderbaren Ausflugsort, der gut erreichbar ist und mit 2 Kilometern Länge auch schon mit kleinen Kindern zu schaffen: Die Taubenlochschlucht ist besonders an heissen Sommertagen ein perfektes Ziel für Familien. Mit Zug und Bus gehts bis zur Station «Taubenloch», dann zu Fuss die Schüss hinauf, immer schön sicher dank metallenem Geländer. Unterwegs entdeckt man die namensgebenden Taubenlöcher, duckt sich unter Tunneln durch und betrachtet das faszinierende Tosen des Wassers. Am Ende des erlebnisreichen Marsches wartet eine lauschige Gartenbeiz (man kann aber auch auf dem Picknickplatz unterwegs Rast machen). Von hier gehts easy mit einer rasanten Busfahrt oder per Zug wieder retour nach Biel. Geht für Langschläfer problemlos als Halbtagesausflug, lässt sich aber auch gut auf einen Tagesausflug ausbauen – in der Mitte der Strecke zweigt der Weg ab zum schönen Bieler Tierpark. (Weitere Bieltipps hier.)
Taubenlochschlucht

Mont Soleil: Schön wandern lässt sich auch am Mont Soleil. Die ersten Höhenmeter übernimmt die Standseilbahn ab St. Imier, die die Wanderlustigen bis zum grössten Windkraftwerk der Schweiz bringt. Auch Sonnenenergie wird hier gewonnen (der Name implizierts), was aber nicht von der grossartigen Aussicht auf den Chasseral und die Alpen ablenkt. Von hier nach Les Breuleux führt eine etwa 2,5-stündige Wanderung durch Wälder und die jura-typischen Pferde- und Kuhweiden. Fussmarsch vom Bahnhof St. Imier zum Funisolaire: 10 Minuten.
Wanderung Mont Soleil-Les Breuleux

Etang de la Gruère: Hier sieht die Schweiz manchmal aus wie Kanada. Der grösste Moorsee der Schweiz in der Nähe des Pferdeparadieses Saignelégier lässt sich auch für Kinder leicht umwandern, der federnde Moorboden, die Holzstege und kleinen Brücken rund um den Weiher bieten einen spannenden Entdeckungspfad. Und das Ganze ist natürlich höchst fotogen. Im Winter ist zeitweise auch Schlittschuhlaufen möglich… Anreise mit dem ÖV wird empfohlen, der Etang de la Gruère ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ab Saignelégier mit dem Postauto bis La Theurre.
Etang de la Gruère

Wanderung durch die Areuseschlucht: Diese als mittelschwer ausgezeichnete Wanderung vom Dörfchen Noiraigue (neben welchem der spektakulären Creux du Van liegt) hinunter bis an den Neuenburgersee sparen wir uns noch ein paar Jahre auf, wenn unsere Kinder etwas grösser sind. Dann aber freuen wir uns auf eine Landschaft, die sich im Verlaufe dieser Route immer wieder wandelt, und planen einen Halt im Dörflein Champ du Molin ein, wo es im Restaurant de la Truite – Nomen est omen – die besten Forellen geben soll. Wanderung ab Bahnhof Noiraigue.
Areuseschlucht

Dinosaurier in freier Wildbahn: Der Prehisto-Parc bei Réclère ist ein Highlight für alle Dinofans – und das sind ja so ziemlich alle Kinder zwischen 2 und …, oder? In dieser weitläufigen Anlage erhält man ein Gespür dafür, wie das damals ausgesehen haben könnte, als die Riesenechsen noch die Erde beherrschten. Die lebensgrossen Modelle stehen in freier Natur (und nicht im Museum). Die lange Anreise lohnt sich, und wer ohnehin einige Tage unterwegs, ist, kann gleich eine Übernachtung in der Jurte oder auf dem Campingplatz anhängen. Ab Bahnhof Porrentruy sind es mit dem Postauto 40 Minuten bis «Reclère, Les Grottes».
Préhisto-Parc

Saut du Doubs: Diese Wanderung ab Les Brenets steht ganz oben auf der Liste unserer Ausflugsziele, ist sie doch ausreichend leicht, um sie mit kleinen Kindern zu unternehmen (3,8 Kilometer, sanftes Höhenprofil), aber das Ziel spektakulär genug, um auch für die Grossen spannend zu sein. Am Ende warten nämlich die mit 27 Metern höchsten Wasserfälle im Jura. Retour gehts dann gemütlich mit dem Schiff. Start am Bahnhof Les Brenets.
Wanderung Les Brenets–Saut du doubs

Herziges Miniskigebiet: Wer beim Wintersport gern dem Halligalli-Skihütten-Trubel entflieht, wird im Jura ebenfalls fündig. Das Miniskigebiet Les Genevez in den Freibergen trumpft auf mit wunderschönen Langlaufloipen durch die Jurawälder, einem «Babylift» und schönen Schneeschuhwanderwegen. Auch die Preise sind moderat. Einfach alles klein und fein.
Skigebiet Les Genevez

Schlechtwetter-Ziele

Zum Reinbeissen: Wo wird eigentlich das legendäre Ragusa hergestellt? In Courtelary im Jura. In der «Erlebniswelt Camille Bloch» kann man nicht nur «schnouse» nach Herzenslust, hier gibts auch Kurse und Führungen zum Besuchen und eine grosse Grünanlage mit drei Spielplätzen, wo man sich die angegessenen Kalorien zumindest teilweise gleich wieder abtrainieren kann. Ein Hit für Grosse und Kleine.
Erlebniswelt Camille Bloch, Courtelary

Jurassic Park: Dass die Schweiz vor langer Zeit komplett unter Wasser lag, hatten wir ganz vergessen. Das Pruntruter Museum Jurassica frischte unsere Erinnerung wieder auf: Die Meeresschildkröten und Ammoniten waren tatsächlich einmal heimisch hier, wie die im Jura gefundenen Fossilien zeigen. Die kleine Dauerausstellung wird ergänzt durch eine Sonderausstellung zu Kometen, die kleine WeltraumliebhaberInnen begeistert. Ganz in der Nähe liegt auch der hübsche Botanische Garten, der sowohl die typische Jura-Flora wie auch Orchideen und Kakteen aus der ganzen Welt beheimatet und sich bestens zum Beine vertreten anbietet.
Jurassica und Jardin Botanique

Geheimer Rundgang: In den drei charmanten Städtchen St. Ursanne, Porrentruy und Delémont lässt sich ein «Circuit Secret» absolvieren. Ein beim Tourismusbüro erhältlicher Schlüssel führt einen an ungewöhnliche Orte und zu verschlossenen Türen, hinter welchen spannende Geschichten warten – die im Kerker des Schlosses Porrentruy beispielsweise. Die Rundgänge sind beliebig abkürzbar und darum auch für Familien mit kleineren Kindern geeignet – etwas Französischkenntnisse braucht es allerdings.
Circuit Secret St. Ursanne, Porrentruy und Delémont

Asphalt und Schinken: Wer weiss schon, dass im Val-de-Travers gewonnener Asphalt für Strassen in New York und Sydney verwendet wurde? Diese und andere interessante Geschichten rund um dieses omnipräsente Produkt erzählen die Mines d’Asphalte in Travers. Der begehbare Stollen kann in einer geführten Tour besichtigt werden und zeigt, wie die industrielle Asphalt-Förderung von 1712 bis 1986 hier ausgesehen hat. Und wer mag, probiert am Schluss die eigenartig anmutende Hausspezialität: In Asphalt gekochter Schinken! Die Mine verfügt sogar über einen eigenen Bahnhof: La Presta Mines D’Asphalte.
Mines D’Asphalte

TickTock statt Tiktok: Wer schon im Val-de-Travers ist, sollte sich unbedingt das Musée Atelier Audemars Piguet ansehen. Wir haben davon in einem New Yorker-Lifestyle-Blog erfahren – das will ja was heissen – und überzeugt allenfalls auch museumsfaule Teenies. Alleine die Architektur des Museums ist eine Reise wert, aber auch der Einblick in die im Jura tief verwurzelte Uhrmacherkunst tönt spannend. Besuch nur auf Anmeldung, für Kinder ab 6 Jahren. In Fussdistanz vom Bahnhof Brassus.
Musée Atelier Audemars Piguet

Yoga im Jura: Eher nicht mit Kindern, aber vielleicht für eine Auszeit alleine oder mit einer Freundin, einem Freund: Die Yoga University Villeret im beschaulichen Dörfchen Villeret ist in einem grosszügigen Haus mit hübschem Garten gelegen. Eigentlich eine Ausbildungsstätte für angehende Yoga-LehrerInnen, bieten die Abschlussklassen mehrmals jährlich öffentliche, kostengünstige Yoga-Seminare an. 3 Minuten zu Fuss vom Bahnhof Villeret.
Yoga University Villeret

Übernachten

Schlafen am Fluss: Hier paddeln die Kinder auch schon mal mit einem kleinen Fährenfloss Wanderer über den Doubs  oder machen sich selbständig auf dem Kayak davon: Das Camping Tariche in der Nähe von St. Ursanne in einmaliger Lage direkt am Fluss begeistert wohl jedes Kind – und so manchen Erwachsenen. Die Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten (Zeltplatz, Massenlager, Hotel und Chalets) bieten etwas für jeden Geschmack und jedes Budget. Jetzt fragt sich einfach, wann das nächste freie Wochenende ist?
Camping Tariche

Schlafen im Wald: Naturnähe wird im Camping Saignelégier grossgeschrieben. Stromanschlüsse und vorgegebene Stellplätze gibt es hier keine, dafür die Möglichkeit, im Zelt, Tipi, in der Jurte oder einem Baumhaus (!) zu übernachten. Romantik pur! Erreichbar mit dem Bus ab Bahnhof Saignelégier bis Haltestelle «Les Rouges-Terres».
Camping Saignelégier

Schlafen im Chalet: Wer es gerne heimelig mag, wird im herzigen Eco Chalet Bel-Oiseau in St. Ursanne glücklich. Ruhig gelegen und in nächster Nähe des Doubs, sind die zwei naturnah gestalteten Appartements mit je 5 Betten ideal für Familien – in den Räumen war schliesslich früher eine Montessori-Schule untergebracht. Einfach frühzeitig buchen, das Bel-Oiseau ist beliebt! Erreichbar in 15 Minuten Fussmarsch ab Bahnhof St. Ursanne.
Eco Chalet Bel Oiseau

Schlafen auf dem Bauernhof: Einmal in einem ursprünglichen Jura-Bauernhaus übernachten? Das bietet die Ferme O’Clés in Le Cerneux-Veusil. Ob gemütlich im Zimmer mit bis zu 7 Betten oder abenteuerlich im Stroh, hier lässt sich nach einem erlebnisreichen Tag in Ruhe ausspannen. Obwohl die Kinder wahrscheinlich kaum ruhen werden, bis sie die Alpakas, die zum Bauernhof gehören, ausgiebig begrüsst haben. Nächste Haltestelle in Les Breuleux, dann wandern oder  anfragen, ob die Gastgeber einen am Bahnhof abholen.
Ferme o’clés 

Schlafen in Tipi und Wagen: Auf der Bisonranch bei Près-d’Orvin kommen Wildwest-Fans auf ihre Kosten – hier schläft man nicht nur stilecht im Tipi oder im Wagen, hier ists wirklich noch richtig «wild»: Wer mit dem Zug und Bus (via Biel) kommt, muss nämlich noch eine Stunde Fussmarsch einrechnen. Dafür ist man dann wirklich «ab vom Schuss». Zudem hats einen Seilpark mit dem träfen Namen «Forrest Jump». Die Menükarte ist nicht eben für Vegis/Veganer gemacht, aber das dürfte sich bei einer Bisonranch wohl von selbst verstehen.
Bisonranch

PS: Wir danken der Jura-Kennerin Lis Siegfried für ihre Tipps, die in diesen Beitrag eingeflossen sind, und empfehlen wärmstens einen Kaffee im schönen Bieler Farel-Haus, wo Lis ihre Shiatsu-Praxis hat. Gute Jura-Tipps, gerade für kleine PferdefreundInnen, haben wir auch hier bei Claudia Jucker auf Instagram entdeckt.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit den SBB.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.