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Familienferien in der Schweiz: Tessin statt Teneriffa

Für schöne Ferien braucht es keine langen Reisen: Familienfreundliche Hotels, Grotti und Ausflugsziele im Tessin.
Kooperation
30 Sep 2020

Wir legen Euch das Tessin besonders ans Herzen, weil hier die Gelati immer etwas besser schmecken und die Schweiz etwas lockerer daherkommt als nördlich des Gotthards. Als Ausgangspunkte bieten sich Bellinzona, Locarno oder Lugano an. Falls ihr mit dem Auto reist, empfehlen wir euch, möglichst nah an den geplanten Ausflugszielen zu logieren, denn das Verkehrsaufkommen im Tessin ist zu Ferienzeiten nicht zu unterschätzen. Wieso also nicht grad im Zug anreisen? Denn bei einer Übernachtung im Tessin erhält man ein Ticino Ticket geschenkt. Damit fährt man gratis im öffentlichen Verkehrsnetz und erhält bei verschiedenen Ausflugszielen Rabatt auf den Eintrittspreis.

Übernachten

Jugendherberge Lugano: Die Jugi in Savosa kann es punkto Gartenanlage problemlos mit einem Mehrsternehotel aufnehmen: Die terrassierte Aussenanlage mit üppigen Blumen, einer Beachvolley-Anlage, einer Bocciabahn, diversen Kinderspielsachen und sogar einem Pool inklusive Rutschbahn haben uns begeistert. Etwas ausserhalb Luganos gelegen, aber doch mit dem Postauto erreichbar, liegt die Jugi ideal für Ausflüge in die Region. Es gibt verschiedene Familienzimmer, teilweise mit eigenen Kochnischen, und für die anderen stehen Gemeinschaftsküchen und mehrere Gartengrills bereit. Das Frühstück wird im grossen Speisesaal gereicht, dass alle dann selber abräumen und die Kinder beim Abwasch helfen dürfen, macht das Ganze sehr familiär. In kurzer Gehdistanz sind ein typisches und preisgünstiges Tessiner Restaurant, Migros und Apotheke erreichbar. Perfetto!
Jugendherberge Lugano

Camping Monte San Giorgio, Meride: Dieser Campingplatz liegt nicht am See, hat aber ein hübsches Bächlein, einen schönen Teich und einen Pool – und ist einfach ein kleines Bijou. Hier weiden Eselchen am Waldrand, Frösche hüpfen herum, und nachts leuchten die Glühwürmchen, dass man am liebsten die im Tipi schlafenden Kinder wecken möchte, um ihnen das Spektakel zu zeigen.  Das Grotto hat feine Gerichte auf der Karte, das pittoreske Dorf Meride ist in Gehdistanz, und das ausgesprochen feine Osteria La Guana mit dem grossen Kinderspielplatz ist auch nicht weit. Sollte es mal regnen, empfiehlt sich ein Besuch des Fossilienmuseum in Meride. Für Saurierfans gibts hier einiges zu sehen, und wir Erwachsenen haben auch etwas gelernt. Das Gebäude wurde von Mario Botta umgebaut.
Camping Monte San Giorgio

Grand Hotel Villa Castagnola, Lugano: Dieses Hotel durften wir testen, und es erhält von uns das Prädikat «Traumhotel» – auch oder gerade mit kleineren Kindern. Die Nähe zum See und mehreren schönen Parks, der grosse Garten, der Pool, das kindervernarrte Personal und das neue Betreuungsangebot für Kinder in den Schulferien (ab 4 Jahren): Hier kann es sich, natürlich zum entsprechenden Preis, die ganze Familie richtig gut gehen lassen. (Auf Instagram findet ihr die Story zu unserem Aufenthalt im Traumhotel.) Tipp für eine kleine Unternehmung: Der Spaziergang hoch zum Parco San Michele lohnt sich (und ist auch für kleinere Kinder schon zu schaffen). Und die Burger in der nahen Fermata schmecken super.
Grand Hotel Villa Castagnola, Lugano

Parco San Marco, Luganersee: Wenn das Budget etwas mehr erlaubt … Das Hotel am italienischen Teil des Luganersees in Porlezza bietet einen kostenpflichtigen Babysitterservice (auch nachts), sowie für über Zweijährige eine tägliche, kostenlose Kinderbetreuung in verschiedenen Altersgruppen. Aber auch wenn die Kinder lieber bei den Erwachsenen bleiben wollen, bietet das San Marco Entspannung. Es ist kein intimes Boutiquehotel, dessen muss man sich bewusst sein, sondern eine grosse Hotelanlage. Doch die Sicht auf den Luganersee ist traumhaft, der Park mit Privatstrand weitläufig, das Essen lecker, und im Wellnessbereich gibt es Zeiten für Familien, aber auch nur für Erwachsene. Die sozialen Medien überschlagen sich vor enthusiastischen Reviews – zu Recht.
Parco San Marco

Essen

Osteria La Guana: Der grosse Spielplatz, den man von der Terrasse aus übersehen kann, ist ein Argument für sich. Aber leider werden die Kinder nicht lange spielen wollen, weil das Essen dermassen fein ist und sich das Gastgeber-Ehepaar dermassen gut um einen kümmert. Wir assen hier fantastische Gnocchi und hervorragenden Risotto. Der Name der Osteria ist natürlich auch kein Zufall, ungezählte Eidechsen verstecken sich in den Steinmauern beim Restaurant.

Grotto Tamè: Dieses etwas versteckte Restaurant in Breganzona (nicht allzu weit von der Jugi Lugano entfernt) ist einer dieser Orte, wegen deren wir das Tessin lieben. Wir hatten Glück und konnten bei der Gnocchi-Produktion zuschauen und einen Korb mit riesigen Steinpilzen bewundern, der bald darauf in der Küche verschwand. Die Polenta hier ist göttlich, der Garten lauschig und Kinder sind hier nicht geduldet, sondern werden mit Herzensfreude umsorgt. Ticino vom besten …
Grotto Tamè

Grotto Baldoria: «Gegessen wird, was der Chef gekocht hat, es gibt weder Karte noch Auswahl» – was klingt wie eine Drohung am heimischen Familientisch, ist in diesem Grotto in Ascona Programm. Ebenso wie die Familienfreundlichkeit: Selbstverständlich gehören hier die Bambini einfach mit dazu, und anders als nördlich des Gotthards stört sich hier niemand daran, dass Kinder auch mal Geräusche von sich geben. Dass das Ganze mehr oder weniger draussen (in einem überdachten Garten) stattfindet, vereinfacht alles zusätzlich.
Grotto Baldoria

Unternehmen

Das Tessin bietet viele Ausflugsziele, die sich direkt an Familien und Kinder wenden (z.B. Swissminiatur, Wasserpark Tamaro, Parco Avventura Locarno). Doch keine Sorge, wenn Freizeitparks nicht so Euer Ding sind: es gibt genügend andere Erlebnisse, die Erwachsene und Kinder gleichermassen begeistern.

Ein Besuch auf der Brissagoinsel ist ein absolutes Tessin-Must. Von Ascona oder Brissago setzt man per Schiff auf diese paradiesisch anmutende Insel über. Früher in Privatbesitz, ist sie heute ein botanischer Garten, der zum Verweilen einlädt. Das Herrenhaus beherbergt ein Restaurant mit vielen Gartensitzplätzen und einer kleinen, aber feinen Karte. Am kleinen Sandsträndchen lassen sich Enten beobachten, Füsse baden und Mittagsschläfchen machen. Sich im Bambuswald verirren, die verschiedenen Zitruspflanzen untersuchen oder vorne an der Inselspitze Piratengefühle aufkommen lassen: diese Insel macht glücklich! Tipp: Eher eine Stunde mehr als weniger einplanen. Isole di Brissago

Morcote wurde 2016 in einer Online-Abstimmung zum schönsten Dorf der Schweiz gewählt. Die Perle des Luganersees ist tatsächlich allerliebst und einen Abstecher wert, beispielsweise mit dem Schiff. Nach dem Kaffee oder Mittagessen in einer der vielen Beizen am Seeufer empfiehlt sich der Aufstieg zur Wallfahrtskirche Santa Maria del Sasso – oder, gerade mit kleineren Kindern, das Erkunden des reizvollen Parco Scherrer. Achtung: Es hat viele Treppen. Tragehilfe statt Wägeli mitbringen!
Morcote Turismo

Bellinzona bietet einen grossen Samstags-Märit mit lokalen Produkten und eine eindrückliche Burganlage mitten in der Stadt. Das Castelgrande ist grösstenteils kinderwagentauglich, hier lässt sich auch ohne Eintritt ins Museum bestens picknicken, rumrennen und sich als Burgfräulein oder Ritter fühlen. Tipp: im Mini-Shop in der Burg gibt es schöne Holzschwerter, falls ihr auf Souvenirsuche seid. Auch hier gilt: Am Marktttag besser mit ÖV anreisen.
Castelgrande

In Lugano kann man sich im weitläufigen und üppigen Parco Ciani wunderbar vertörlen. Auch im Lido di Lugano kann man gut und gern einen entspannten Tag verbringen, unsere Kinder liessen sich dabei sehr gern auf den komischen fahrenden Plüschrössli herumschieben (tipptoppes Fotomotiv). Bei Regenwetter ist das schöne Museo d’arte della Svizzera italiana Lugano ein tolles Ziel, das immer wieder mit grossen Namen aufwartet – gerade sind zwei Ausstellungen zu sehen, u.a. mit Werken von Ferdinand Hodler respektive Franz Gertsch. Als wir da waren, fanden es unsere Kinder super, vom Glasgebäude aus den Skatern auf dem Platz vor dem Museum zuzuschauen. Auch eine Kunst, schliesslich.

Das charmante Locarno lockt mit der Piazza Grande und einer coolen Seebadi, dem Lido Locarno. In Locarno und Minusio gibt es auch viele (teilweise günstige) Ferienwohnungen zu mieten – in dieser historischen Villa beispielsweise würden wir gerne mal mit einer befreundeten Familie eine Woche verbringen (die gehört allerdings nicht in die günstige Kategorie).

Ein schöner, kindertauglicher Rundweg im Malcantone verbindet die beiden malerischen Orte Castelrotto und Beride. Er führt durch Rebberge und Wälder, an Bächlein und vielen Kastanienbäumen vorbei. Sogar ein hübsches Grotto liegt auf dem Weg (war leider bei unserem Besuch zu). Idealer Halbtagesausflug und einfach auch mit dem Postauto erreichbar.
Rundweg Tracci D’Uomo

Mondäner kommt Ascona daher – an der Seepromenade lässt es sich mit einem Gelato bestens Menschen beobachten und dann den Zuckerüberschuss auf dem neu gestalteten Spielplatz loswerden. Von hier aus lohnt sich der kurze, aber steile Aufstieg auf den Monte Verità – Anfang des 20. Jahrhunderts d e r  Treffpunkt für Pazifisten, Vegetarier, Künstler und Nudisten (unsere Kinder lieben solche Stories, hihi). Aussicht geniessen, auf der Restaurantterasse einen Kaffee schlürfen und den Kids dabei zusehen, wie sie den Arcobaleno di Chiara entlanggehen und schon ist wieder ein Nachmittag um.

Im verwunschenen Maggiatal kann wunderbar gewandert und geplantscht werden, eine zauberhafte Wanderung für etwas grössere Kinder führt von Someo nach Maggia.

Der Monte Cardada, mit der Seilbahn ab Locarno erreichbar, bietet spektakuläre Aussichten, einen Barfusspfad sowie einen Spielspaziergang. Wenn unten im Tal die Temperaturen in die Höhe steigen, lässt es sich hier oben herrlich abkühlen. Monte Cardada

Dieser Beitrag wurde ergänzt und in Zusammenarbeit mit der Villa Castagnola in Lugano neu publiziert.

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