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Unsere liebsten Hörspiele für Kinder

Sie lassen unsere Kinder in Fantasiewelten abtauchen und bescheren uns allen mal ein paar ruhige Minuten: Diese Hörspiele finden wir super.
23 Jun 2021
Bild — Flickr

Bevor unsere Kinder selber lesen können, sind sie entweder auf Erwachsene angewiesen, die ihnen vorlesen – oder auf Hörspiele. Hörgeschichten sind wunderbar zum Abtauchen und Abschalten, viele Kinder können sich stundenlang darin verlieren. Unsere (Sarahs) Kinder würden am liebsten den ganzen Tag hören, auch bei strahlendem Sonnenschein draussen hocken sie oft am liebsten drinnen und hören Geschichten, währenddem sie nebenbei an ihren Legos rumbauen. Da sie aber oft dermassen eintauchen, dass sie kaum mehr ansprechbar sind, und dann zu viel zu wenig Bewegung kommen, haben wir doch noch Regeln eingeführt – Hörgeschichten gibts in der Siesta am Mittag und zur «witching hour» (Schreckensstunde) vor dem Znacht ab ca. 17 Uhr, sofern wir daheim sind. Auf langen Autofahrten unbegrenzt. Wie ist das bei euch? Unserer Umfrage zufolge klappt es bei den meisten in unserer Facebook-Gruppe ohne Zeitbegrenzungen.

Wie auch immer: Wir lieben Hörspiele, unsere Kinder lieben Hörspiele, und wenn es euch auch so geht und ihr Nachschub braucht: Unsere Autorinnen und Autoren haben den besten Stoff zusammengetragen!

«Mira und das fliegende Haus»

Unser Sohn K. (5) liebte die «Lego City»-Räubergeschichten mit diesem unsäglichen Kommissar namens Duke Detain heiss. Krasse Action, viele Gute und noch mehr Böse. K. durfte «Lego City» während der Mittagsruhe und manchmal auch sonst hören. Bis wir merkten, dass er damit überfordert ist. Manchmal konnte er abends nicht einschlafen oder wachte nachts auf, weil er immer noch im Duke-Detain-Flash war. Mama schlug ihm dann vor, mal «Mira und das fliegende Haus» auszuprobieren. Ein (hoch-)deutscher Podcast mit Mira, ihrem sprechenden Kater Kopernikus und der rappenden Maus McPieps, die zusammen im coolsten (weil fliegenden) Haus der Welt leben. Die drei sprechen mit Kindern ab 4 Jahren über Gefühle, Achtsamkeit, Toleranz, Frieden, und so weiter. Klingt öde und eso. Es ist aber lustig, unterhaltsam, spannend und mit richtig guten Botschaften. Jetzt sagt K. vor der Mittagsruhe oft schöne Sätze wie: «Ich will die Bedürfnisdetektive hören!» Ein- und Durchschlafprobleme hat er kaum mehr. (Fabian Sommer)
«Mira und das fliegende Haus», auch auf Spotify

(Fast) alles von Ottfried Preussler

Wo Eulen mit Gespenstern sprechen, Räuber Pfefferpistolen tragen und Hexen freitags nicht hexen dürfen, hat Ottfried Preussler seine Finger im Spiel. Wir lieben Preusslers Hörspiele wegen ihren kuriosen, grossartig gesprochenen Figuren, der Prise Magie und dem vielen Schabernack. Allein die Namen sind ein Spass (der Uhu Schuhu! Der Zauberer Petrosilius Zwackelmann!) und die Spitzbubenstreiche sowieso: Da werden Bratwürste geklaut, Wachtmeister in Feuerwehrschläuche eingewickelt und Schneemänner zum Leben erweckt. Solche Figuren wünschen wir uns: schelmisch, aber gutherzig, und gerne etwas anders als die anderen.
Es gibt viele Vertonungen, doch in der Sache Preussler sind wir klare Tonie-Fans. Die Toniefiguren beinhalten im Falle der kleinen Hexe, des kleinen Wassermanns und des kleinen Gespensts die WDR-Hörspiele, die es auch auf CD gibt. Bei der Hotzenplotz-Serie ist es eine Neuinszenierung mit Charly Hübner und einem kauzigen, bläserlastigen Soundtrack, in dem jede Figur ihr eigenes Motiv hat – Hotzenplotz ist ein brummeliges Tuba-Riff. Alle Hörspiele sind auf Hochdeutsch und sehr lang, darum hören wir oft nur bestimmte Abschnitte («Wo der Fuchs einen Entenschnabel kriegt!» «Wo sich die Kinder nachts zum Schuhu schleichen!»). Bei uns funktionieren Hexe, Gespenst und Hotzenplotz wunderbar ab 4 Jahren. (Catherine Bauer)

«Petterson und Findus»

Ein einsamer, etwas trauriger alter Mann irgendwo im Nirgendwo in Schweden kriegt einen jungen Kater in einer Findus-Kartonschachtel geschenkt. So beginnt die Geschichte, oder auch: «Wie Findus zu Pettersson kam.» Der Alte bekommt eine Menge neuen Schwung durch den kleinen frechen Kater, der irgendwann sogar sprechen lernt – naja, der Dramaturgie schadet das gar nicht. Auch nicht, dass die beiden im alten Schopf gerne Feuerwerke bunkern, Pfefferkuchen backen, eine Hühnerfarm mit gackernden Hennen und einem nervig krächzenden Hahn unterhalten, sich gegen ein bisschen fiese Nachbarn wehren müssen oder hie und da einfach nicht alles im Griff haben. Nebst den Hörspielen – wir hören die ab Spotify via Bluetoothgerät – gibts Kinderbücher sowie ein paar liebevolle Merchandising-Artikel. Just lovely! (Rea Wittwer)
Petterson und Findus auf Spotify

«Was ist was»

Es gibt wenige Kinder, die die «Was ist was»-Bücher nicht lieben. Genau gleich verhält es sich mit den Hörspielen dazu, die sich dank der «Junior»-Edition schon für 4-Jährige eignen. Wissen über Dinosaurier, Baufahrzeuge, Polizei, Feuerwehr und wirklich allem anderen, was Kinder so interessiert, einfach und witzig vermittelt. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich als Vater gebannt mithöre und ziemlich viel dabei lerne. Oder wisst Ihr, warum der Triceratops drei Hörner auf dem Schädel hatte? (Fabian Sommer)
Auf Spotify oder als CDs im Handel oder in der Bibliothek

«Eule findet den Beat»

Die kleine Musikeule wurde uns vor Jahren von unserem «Plattenonkel» wärmstens empfohlen (hier der Tipp, der die Eule in wesentlich treffenderen Worten beschreibt). Aber erst vor einigen Monaten haben wir sie dann richtig durchgehört – auf einer langen Autofahrt natürlich. Und wir erlagen sofort ihrem Charme: Die Kombination von Geschichte, Songs und Musikwissen ist super gelungen, die Figuren sind liebevoll entworfen und überzeugend eingesprochen. Unterdessen gibt es schon drei Alben von der lieben Eule. Altersempfehlung: Ab ca. 4-jährig wird das wohl verstanden; einfach hören kann man das aber schon ganz früh, null gfürchig oder so. (Sarah Pfäffli)
auf Spotify, Tonie-Figur oder CDs im Handel oder in der Bibliothek

«Jimmy Flitz»

Seit mehr als 7 Jahren begleitet uns Jimmy Flitz – das allein werte ich als Gütesiegel. Das CD-Hörspiel in sechs Teilen rund um die aufregende Schweizerreise von Kirchenmaus Jimmy, Tigerfliege Fernanda und Bär Wulwul schafft es, den Bogen von der Geschichte zur Moderne zu schlagen, zelebriert die Vielfalt der Schweizer Dialekte und zieht uns mit seiner Mischung aus spannender Erzählung und gut geschriebenen, eingängigen Songs in den Bann. Roland Zoss hat dafür mit renommierten Schauspielern und Musikerinnen zusammengearbeitet (Bühne Huber! Stef la Cheffe! Hanery Amman!) und ist seit Jahren auch live mit Jimmy-Flitz-Konzerten unterwegs (In Bern demnächst am 4. August beim Viererfeld). Empfohlen ab ca. 4 Jahren. Jetzt fehlt nur noch eine Fortsetzung! (Eva Hefti)
Website Jimmy Flitz

Hörspiele auf SRF

Auch für für etwas ältere Kinder gibt es coole Hörspiele! Ob «Team F.L.S.», «Machs wie d Abby, Sascha!» oder «Die Heldentaten von Herkules» – auf SRF Kids gibt es Stories für 8 bis 12-jährige en masse, wie wir kürzlich während einer 10-tägigen Covid-Isolation entdeckt haben (Merci SRF, die Rundfunk-Gebühren dieses Jahr haben wir amortisiert). Team F.L.S. ist beispielsweise die fünfteilige Geschichte von zwei Kinderdetektiven (Ich liebe dieses Genre – wisst ihr noch TKKG? Die fünf Freunde?), die das Hotel Saanenhof vor der bösen Lady Blake retten müssen. Da eines unser Kinder keine hochdeutschen Hörpiele mag, ist das eine tolle Adresse, die meisten Hörspiele sind in Mundart. (Eva Hefti)
SRF Kids (auch auf Spotify)

«Der Doppelhas»

Am liebsten schläft unser Sechsjähriger zu Linard Bardills Doppelhas ein. Auf seinem «Losi» (unzerstörbarer Hörbert, beste Investition ever!) hört er die Geschichte vom «Doktor Dr. Doppelhas» rauf und runter. Ich selber empfinde Linard Bardill und seinen Bündner-Dialekt ja auch als einen Hörgenuss. Bardill gelingt es ausserdem, nahtlos zwischen Erzählung, Dialogen (verschiedene Stimmen) und Lieder hin- und her zu wechseln. Liebevolle Wort-, Ort- und Figurenkreationen wie der Drache Spucko, das blaue Wunderland und der Brummbär Beltrametti entlocken Kindern wie auch Erwachsenen immer wieder ein Schmunzeln. Sehr beliebt auf Reisen ist auch das Hitlied von Herrn Bardill: «Was i nid weiss, das weiss mini Geiss!» Dazu kann auf längeren Fahrten die ganze Familie aus voller Kehle singen. Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren. (Elisa Malinverni)

Berner Mundart-Hörspiele von Sabine Dänzer

Sabine Dänzer erzählt fröhliche Kindergeschichten aus dem kunterbunten Alltag der Familie Zappel. Die Handlungen sind kindgerecht und bestens für empfindsame Kinder geeignet, die sich schnell vor Filmen oder Hörspielen fürchten. Die fantasievollen und naturnahen Erzählungen werden von berndeutschen Liedern zum Mitsingen umrahmt. Die Primarlehrerin Sabine Dänzer hat bisher vier verschiedene Hörspiele und ein Liederbuch veröffentlicht. «Dr Gravatto» ist schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet, da drei Kurzgeschichten erzählt werden. Die anderen Hörspiele sind ab 4 bis 5 Jahren zu empfehlen. Man kann Sabine Dänzer auch zusammen mit ihrer Tochter Katja für Geschichtenstunden engagieren zum Beispiel fürs nächste Quartierfest. (Milena Salzmann)
Sabine Dänzers Website

«Gian und Giachen»

Die beiden Kult-Steinböcke entführen die Kinder mit ihrem unverkennbaren Dialekt in die Bündner Bergwelt. Nach dem Erfolg der Gian-und-Giachen-Bilderbücher werden die Geschichten nun auch als Hörspiele vertont. Bisher ist eine CD mit zwei Erzählungen erschienen. Der trockene Humor der Bündner Steinböcke bringt nicht nur die Kinder zum Schmunzeln. Die Geschichten sind kurz und eigenen sich daher gut für kleinere Kinder ab 3 oder 4 Jahren. Disclaimer: Wie beispielsweise Globi (einst als Werbeträger fürs Warenhaus Globus erfunden) sind auch Gian und Giachen pure Werbefiguren – wenn eure Kinder nach dem Hören also nach Graubünden in die Ferien wollen, hat das Marketing gefruchtet! (Milena Salzmann)
Gian und Giachen

«Chum mit i Zouberwald»

Bei uns kommen Hörspiele bei der bald 4-jährigen Tochter meist während Ruhephasen und Mittagspausen zum Einsatz. Daher begeistern mich vor allem achtsame Geschichten und Meditationen, welche die Kinder erden und ganz zu sich selbst finden lassen. Perfekt dafür geeignet finde ich „Chumm mit i Zouberwald“ von Natalie Eichenberger, die mit ihrer angenehmen Stimme und melodisch-warmem Sprechrhythmus auf Mundart wunderbare Körper- und Fantasiereisen spricht. Die Aufnahmen sind toll gemacht, mit zauberhaften Naturgeräuschen untermalt und laden die Kinder ein, ihre eigene Wahrnehmung zu verfeinern. (Nicole Bischof)
Meditationen zum Download

«Weli Farb bisch de Du?»

Wer es etwas kraftvoller mag, ist bei Rebecca Jenny gut aufgehoben. In «Weli Farb bisch de Du?» spricht sie auf Mundart Gschichtli, Meditationen und Värsli, die oftmals mit (meist eher unliebsamen) Gefühlen zu tun haben und singt zu Musik von und mit Roman Wiedermar, Angela Hänni und Seraina Sonderegger. (Nicole Bischof)
Geschichten und Meditationen von Rebecca Jenny

Kasperlitheater

Ich war ein «Pumuckl»-Kind und habe erst als Erwachsene den Wortwitz von Kasperli entdeckt. Und zwar dank einem meiner früheren Chefs, der ihn immerzu zitierte («Äxgüsi Frau Büsi!»). So schlich sich Kasperli in meinen Wortschatz ein, ohne dass ich es merkte. Und erst als ich die Hörspiele auf langen Autofahrten mit meinen Kindern (ab ca. 3- und 5-jährig) dann doch noch durchhörte, merkte ich, woher dieser absolute Quatsch kam. Wer über die oftmals brutale Moral von der Geschicht hinweghören kann, wird belohnt mit den lustigsten Beschimpfungen, den gruseligsten Bösewichten, den absolut miesesten Tricks, den grössten Charakterlumpen und den vollblödsten Sprüchen, die es je häts gits, grossartig eingesprochen von Jörg Schneider, Ines Torelli und Paul Bühlmann (es gibt auch neue, moderne Kasperli-Episoden, wir empfehlen zum Einstieg aber die Alten). (Sarah Pfäffli)
Kasperli auf Spotify

Das selber aufgenommene Hörbuch

Eine schöne Idee – gerade auch für ganz Kleine – finde ich, Geschichten, welche die Kinder vielleicht bereits kennen und mögen, selbst aufzunehmen. Wir haben zum dritten Geburtstag unserer Tochter Kurzgeschichten aus unserem Vorlesebuch an Familie und Freund*innen geschickt, mit der Bitte, diese (wenn möglich) Mundart vorzulesen und aufzunehmen. Das lässt sich ganz unprofessionell und einfach via Aufnahme-Apps oder Sprachnachricht realisieren und auf einer CD oder einem Kreativ-Tonie (oder wo auch immer) sammeln. (Nicole Bischof)

Welche Hörspiele und -bücher hören eure Kinder am liebsten?

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