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Luzern mit Kindern

Eine Zugstunde entfernt und super familienfreundlich: Packt die Kinder ein und fahrt nach Luzern. Wir haben Tipps von der Expertin!
24 Jul 2019
Bilder — Marion Aregger (4), Unsplash (1)

Mit Sonnencreme und Glace an den Fingern scrollt und tippt es sich so schlecht! Kleinstadt geht deshalb in den Sommermodus – weniger neue Beiträge, dafür hin und wieder eine Reprise zum Wiederlesen. Hier ein Beitrag, der erstmals im Mai 2019 erschienen ist.

Seit nun mehr als 18 Jahren lebe ich mit meiner Luzerner Liebe in der Leuchtenstadt. Luzern ist nicht zufällig ein Anziehungspunkt für  Touristen aus aller Welt: Die Altstadt, der Quai, das Löwendenkmal, die Kapellbrücke, auch diese Hot Spots bieten in ihrer Umgebung Nischen, die wir sehr schätzen. Auf unserem Stadtbummel stelle ich euch mehr oder weniger bevölkerte Ecken der Stadt vor, ein Resümee meiner Lieblingsplätze, Einkaufsorte, Gaststätten und Kulturangebote.

Vorab gleich ein Tipp für jene, die eigentlich nur kurz ins Verkehrshaus wollten: Der Spaziergang dem Quai entlang Richtung Verkehrshaus ist super. Im Strandbad Lido gibt es einen fantastischen Spielplatz, der auch ausserhalb der Saison zum Spielen offen steht –  Strandfeeling inklusive. Für die Schnauserei unterwegs lohnt sich ein Abstecher in die Äss-Bar, diese bietet aus diversen luzerner Bäckereien Köstlichkeiten vom Vortag an, und das zu stark reduzierten Preisen. Für die Rückreise gehts hopp aufs Schiff, zurück zum Bahnhof. Ahoi!

Alle anderen geniessen beim Verlassen des Bahnhofs den Blick über das Seebecken zur Hotelskyline Luzerns. Im Hintergrund sieht man die Türme der Museggmauer, nebst der Kapellbrücke mein liebstes Wahrzeichen in Luzern. Vom 1. April bis 1. November sind der Männliturm, Zytturm, Wachtturm und Schirmerturm frei begehbar. Ein wunderschöner Spaziergang führt entlang und über die Mauer, mit fantastischer Aussicht auf die Altstadt, über den See hinweg bis zu den Alpen hin. Hier sind die Städter im Grünen unterwegs, picknicken, fläzen, gönnen sich in der Hofbeiz des Kulturhofs Hintermusegg ein hausgebrautes Bier, Spezialitäten aus der Region oder einen Brunch am Sonntag.

Wir verlassen den Bahnhof dem Fluss folgend Richtung Reuss. Immer dienstags und samstags wird das Reussufer zur Linken und Rechten von Marktständen gesäumt. Zur Stärkung kehren wir im Opus ein, das schmucke Lokal empfiehlt sich auch für Lunch oder Brunch. Satt und zufrieden gucken, bzw. lauschen wir zur vollen Stunde dem Glockenspiel beim «Haus Ruckli» an der Bahnhofstrasse 22, bevor wir auf einen Sprung bei Reuss & Huppla vorbeischauen. Hier treffen wir auf die «Blutsgeschwister», «Tarzan» und viele weitere, coole Marken.

Über die Reussbrücke ziehen wir weiter Richtung Altstadt. Unterwegs lassen wir uns von den schönen Dingen im Schaufenster des Changemakers anlocken. Geküsst von der ethischen Ästhetik, und um ein paar Rappen leichter, erreichen wir den Mühleplatz. An der Hausfassade der Fischer-Stube zeigt sich die Geschichte des Platzes malerisch dargestellt. Weisse Pflastersteine erinnern an eine ganze Häuserzeile aus längst vergangenen Zeiten. Nahe unseres Daheims nutzen wir den Platz Sommer wie Winter als erweitertes Wohnzimmer, frönen dem «Menschengucken», knabbern heisse Marroni oder wahlweise Gelati und geniessen die grösste und die am längsten besonnte Terrasse Luzerns.

Apropos Seelen: Beim Gang über die Spreuerbrücke, welche uns von der Altstadt in die Kleinstadt führt, kann es schon mal vorkommen, dass es uns die Nackenhaare zu Berge stellt. Schuld daran sind die Skelette, welche auf 45 bemalten Bildtafeln den einzigartigen Totentanz darstellen. Schaurig schön kann es derweilen auch im Historischen Museum zu- und hergehen. Verschiedenen Theater- oder Scannertouren lassen Geschichte spielerisch erleben und enträtseln (Altersempfehlung beachten).

Jüngere Kinder sind im Naturmuseum gut aufgehoben. Immer mittwochs wird in der «Gwunderstund» zu einem Thema über Flora und Fauna referiert und gebastelt. Schlendern wir weiter durch die Pfistergasse Richtung Alte Suidtersche Apotheke. Beim Betrachten der Schauapotheke fühlt man sich fast so, als würde man bei Harry Potter weilen! Eule, Kugelfisch, Kräuter, Mörser und unzählige geheimnisvolle Töpfe zieren das Schaufenster der ältesten Apotheke der Stadt. Für seidenfeine Haut empfehle ich Berner Mamas ein Töpfchen der wunderbaren «Mutter und Kind» Balsam Crème.

Wir verlassen die Kleinstadt und machen uns auf, die Neustadt zu erkunden. Im KASPAR an der Hirschmattstrasse legen wir erst mal eine Pause ein. Hier wird gediegen gespielt, geschlürft und geplaudert. Wer sich nun wundert, wo all die coolen Gadgets in der Spielecke herkommen, dem sei das Perpetuum Mobile ein paar Häuser weiter empfohlen. Hier kommt es schon mal vor, dass Eltern ein lautes «jesses, das hets bi üs scho gä» entfährt. Kein Wunder, denn hier verblüffen uns nach wie vor die Wunder der Physik, die beeindruckenden Farb- und Musterwelten der Kaleidoskope oder auch ganz simple Fadenspiele.

Unsere Sommergäste lotse ich weiter ins lauschige Helvetiagärtli. Hier reihen sich Kaffees und Restaurants mit einem Angebot aus aller Welt unter den Kastanienbäumen. Im Italo Hispano stillen wir unser Fernweh und «poschte» frische Teigwaren fürs Znacht. Schöne Dinge für den Wohlfühlfaktor zu Hause kaufen wir ab und an im Einzigwert an der Bundestrasse 33. Gleich über die Strasse sind die forK einquartiert. Ganz nach dem Motto «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider», werden hier Kinderkleider angeboten, die jedem Sandkastenderby und Wetter standhalten. Bestens unter Beweis stellt sich die neue Outdoorbekleidung auf dem nahegelegenen Spielplatz im «Vögeligärtli» (mit grosse Wässerlianlage). Von Mai bis September wartet hier jeweils samstags der Verein Spielraum mit Tipi-Zelt und Spielangebot auf. Kaffee gibt es über die Gasse von Filou & Bengel, im Sommer hat das Bellini rausgetischt und lädt zum Verweilen ein. Mitte November bis Mitte Dezember duftet es verlockend nach Bienenwachs. Dann ist das traditionelle Luzerner Kerzenziehen vor Ort und lädt zum kreativen Nachmittag im heimelig, warmen Kerzenhaus.

Wer noch etwas Zeit und Musse für Kultur und eine letzte Shoppingtour übrighat, der findet ännet der Pilatusstrasse das renommierte Museum Sammlung Rosengart. Hier werden jeden zweiten Mittwoch Führungen von Kindern für Kinder angeboten. Mit dem «(B)suechsack» ausgestattet, kann die Ausstellung auch auf eigene Faust erkundet werden. Steht uns der Sinn nach Shopping, ziehen wir um die Ecke weiter zu Pumpels. Hier können sich Mamas in Erwartung mit stilschöner und bezahlbarer Umstandsmode einkleiden. Für die Kids in Begleitung liegen Kleider aus dem hohen Norden im Regal bereit. Ein paar Häuser weiter finden sich die passenden Schuhe zum neuen Outfit. Peter Pan ist die erste Adresse für Kinderschuhe. Eine Querstrasse weiter bietet die Spielkiste verspieltes Allerlei für Gross und Klein.

Ein Quartier haben wir für euch, für den Fall eines Zweitbesuches, noch im Petto. Das Bruchquartier ist in keinem Reiseführer gelistet. Wer den Weg in die unscheinbare Strasse nicht scheut, der wird unter anderem mit den besten Cupcakes der Stadt belohnt. Im blauen Eckhaus bei beARTrice, trifft Himmel auf Erde. Portmanngrafik hat die schönsten Postkarten von Luzern im Angebot, Eigenfabrikat versteht sich. Nur einen Katzensprung entfernt liegt das Klostergärtli vor dem lauschigen Café Piccolino. Hier trifft sich bei schönem Wetter Krethi und Plethi aus dem Quartier und der Umgebung.

Die Klosterstrasse runter, bei Edwin am Kiosk, könnt Ihr aus Kindertagen bekanntes Schläckzeugs «gängelen» und die Auswahl an Zeitschriften ist beachtlich (Lesestoff für die Heimreise mit dem Zug). Am Ende der Klosterstrasse angelangt, führt der Zebrastreifen wieder zurück in bekanntes Gefilde.

In der Buvette im Inselipark, oder wahlweise im Tibits direkt am Bahnhof, stossen wir auf ein Letztes miteinander an. Mit einem «Müntschi» verabschiede ich mich und sende liebe Grüsse an meine alte Heimat.

Die Autorin

Marion Aregger lebt mit ihrem Mann und den beiden Teenagern im Stadtzentrum Luzerns. Nach zwei fruchtbaren Gurten-Openair-Besuchen bestimmten fortan die Bedürfnisse der Kinder ihren Lebensrhythmus. Mit ihnen entdeckte sie die Stadt neu und war überwältigt ab der Fülle an Angeboten für Familien. Diese packte sie in den Familienstadtführer Luzern. Öfters anzutreffen ist Marion hinter dem Tresen des familienfreundlichen Lokals.

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