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Minimalistisch Packen mit Kindern

Ferienzeit. Fünf Tipps, um die Materialschlacht in Grenzen zu halten.
13 Jul 2018
Bild — Yvo Casagrande

Mit Sonnencreme und Glace an den Fingern scrollt und tippt es sich so schlecht! Kleinstadt geht deshalb in den Sommermodus – weniger neue Beiträge, dafür hin und wieder eine Reprise zum Wiederlesen. Geniesst die Sonnentage!

Schon bevor ein Kind auf der Welt ist, beginnen ja unglaubliche Mengen an spezifischem Material unsere Stuben zu fluten. Dann ist das Baby da, man richtet sich ein, weiss, was man braucht, und plötzlich steht die erste Reise en famille an. Erster Gedanke: Alles muss mit! Zweiter Gedanke: Merde, es gibt ja Gepäcklimiten.

Währenddem mein Mann für seine Reisen minimalistisches Packen in den Prä-Kinder-Zeiten schon fast zur Religion erhoben hatte, war mir immer ziemlich egal, wieviel ich mit mir rumschleppe. Vor unserer ersten Flugreise zu fünft letzten Herbst merkte ich dann, dass auch ich vom Minimal-Packing-Konzept angefixt bin. Allein die Vorstellung, neben drei Kindern auch noch x Gepäckstücke bis zum Check-in zu schleppen und im Auge behalten zu müssen, löste bei mir Angstschweiss aus. Im Urlaub dann ständig nach dem Gesuchten zu wühlen und am Schluss 40 Prozent (oder mehr) des Materials unbenutzt wieder nach Hause zu hieven: geht gar nicht. Also möglichst wenig mitnehmen. Mein Mantra war: Im schlimmsten Fall machen die Läden vor Ort einen Sonderumsatz. Wird aber wohl immer noch günstiger als ein Zusatzkoffer bei der Airline …

In der Vorbereitung auf unsere Reisen (Rucksackreisen, Roadtrip, Ferienhausaufenthalte) haben mir diese 5 Tipps am meisten geholfen, schlank zu packen:

  • Verzichte auf klobige Kinderausrüstung
    Reisebett, Buggy, Fläschchenwärmer und alle weiteren Tools, die uns daheim das Leben erleichtern: braucht’s die in den Ferien wirklich? In meiner Erfahrung geht’s auch gut mit deutlich weniger – insbesondere, wenn der Partner/die Partnerin auch stets dabei ist. Auch wenn man zuhause nix hält von Co-Sleeping und Tragen, in den Ferien könnte man es doch mal ausprobieren – es ist ja eh alles chly anders. In Thailand waren wir mit einem knapp 2-Jährigen während 3 Wochen nur mit einem Tragegestell unterwegs – einen Buggy hätten wir vielen Orten gar nicht verwenden können, so holprig und eng waren die Trottoirs teilweise. Viele Hotels stellten ein Babybett zur Verfügung, sonst begnügte er sich mit einer Matratze am Boden, Buggies konnte man vielenorts ausleihen und zwei Kissen ergaben einen improvisierten Hochstuhl.
  • Kaufe vor Ort
    Windeln, Feuchttücher, Sonnencreme und Sändelisachen: Wenn man sich nicht grad an von Touristen noch völlig unberührten Orten aufhält, kriegt man beinahe alles sur place. Bonus: Lokale Produkte auszuprobieren, gibt dem Ferienaufenthalt einen exotischen Touch. So haben wir beispielsweise entdeckt, dass in allen spanischen Babybreien entweder Fleisch oder Zucker drin ist. Ehm, ja. Profitipp, wenn man sich länger am gleichen Ort aufhält: Wieso nicht Windeln, Brei und co. im Voraus dorthin senden lassen? Amazon ist für solche Services ein sicherer Wert.
  • Ermuntere auch die Kinder zum Minimal Packing
    Ein kleines Rucksäckli mit Spielsachen, Büchlein oder Kuscheltieren pro Kind hat bisher immer gereicht, meist bleib das Spielzeug eh unberührt. Die Kids dürfen natürlich selber bestimmen, was mitkommt. Wenns ihnen schwerfällt: Der Hinweis darauf, dass sie doch für ein Souvenir noch etwas Platz lassen sollen, wirkt Wunder. Das Lieblingsspielzeug unseres Sohnes während der dreiwöchigen Südafrikareise: der selber gefundene Antilopen-Knochen.
  • Sei kreativ bei der Wahl der Reiseunterhaltung
    Wer es schafft, eine längere Schlafphase auf die Reisezeit zu legen, hat gewonnen. Unterstützend dabei: Vorher oder zwischendrin so viel wie möglich bewegen lassen (gewisse Flughäfen haben auch Kinderspielzonen, vorher checken). Unterwegs spielen wir «ich sehe was, was Du nicht siehst», erzählen «Geschichten aus dem Kopf» (unser Familienbegriff für erfundene Geschichten), nehmen ab und zu ein noch unbekanntes Büechli hervor und greifen immer wieder zu kleinen Snacks. Smartphone und Tablet haben wir bis jetzt nur selten eingesetzt – mal schauen, was diesbezüglich die Zukunft bringt.
  • Vertraue darauf, dass Du unterwegs waschen kannst
    Hotels und Ferienanlagen oder -wohnungen bieten meist Wäscheservices oder Waschmaschinen zur Mitnutzung an. Wenn ich weiss, dass ich unterwegs waschen kann, beschränke ich mich beim Packen pro Person auf Wäschesets für 4 Tage. Die meisten Flecken auf Kinderkleidern lassen sich mit einem Waschlappen und etwas Seife reinigen, ab und zu gibt’s eine Ladung im Handwaschbecken. Minus ein Koffer.

Den letzten Sommerurlaub haben wir mit minimal packing easy gemeistert. Wir waren zu fünft während 10 Tagen in einem Ferienhaus mit Waschmaschine, da reichte ein grosser Koffer für die ganze Familie plus das Handgepäck. Im Koffer waren auch noch ein Autositzerhöher und ein Toilettenring drin – da gabs also noch Luft nach oben. 

Wie macht ihr das? Habt Ihr Tipps für Spiele/Unterhaltung unterwegs? Dinge, die ihr immer mitnehmt? Lustige Erfahrungen mit minimal packing? Oder seid ihr eher vom Typus «alles kommt mit»? 

 

 

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19. Juli 2018
Sarah
Wow, durch drei Klimazonen! Klingt aber unabhängig von der Gepäckfrage nach einer tollen Reise. Vielen lieben Dank für die hilfreichen und inspirierenden (und irgendwie beruhigenden) Tipps!
18. Juli 2018
Janine
Wir sind im Frühling mit zwei Koffern zu viert - und immerhin durch drei Klimazonen - für 3 Wochen nach Peru gereist, mit einem 13-jährigen Teenie und einem 7-jährigen. Und ja, je grösser die Kinder, desto mehr Platz brauchen alleine ihre Kleider im Koffer. Dafür fallen Ersatzwindeln für unterwegs und co. weg. Bestens bewährt auf dieser Reise hat sich eine grosse Flasche DrBronner Naturseife. Damit konnten sich alle waschen, sich rasieren, schmutzige Kleider konnten von Hand kurz ausgewaschen werden (wenn der nächste Waschsalon noch nicht in Sichtweite war) und einmal auch das WC geputzt werden, als doch noch der Reisedurchfall bei uns Einzug hielt. Ganz Mutige könnten sich damit sogar die Zähne putzen. Wir waren schon immer eher minimalistisch unterwegs, ich wäre nie auf die Idee gekommen, Windeln für 2 Wochen mitzunehmen, die gibts wirklich überall. Auch Breie habe ich nie mitgenommen oder gekauft, dafür aber geschaut, dass wir - als die Kinder im Breialter waren - am Ferienort eine Kochgelegenheit hatten. Karotten, Kartoffeln und Bananen gibts ebenfalls überall, mit der Gabel zerdrückt, entsteht so schnell ein Brei. Oder am Abend im Resti von der Beilage was abgezwackt. Unser jüngerer Sohn hat die Breie sowieso verschmäht und gleich mit uns mitgegessen, ja auch mal Pommes Frites, das Salz abgeschabt. Er hats überlebt. Mit älteren Kindern, sprich Teenies, kann ein Tablet mit ausgewählten Games dann tatsächlich über langweilige Wartezeiten mit den Eltern am Flughafen hinweghelfen - ein Buch tuts zur Not aber auch ab und zu. Hatte es mal WLAN, war dann Youtube - gezielt eingesetzt - oft der Retter in der Not, seien es Hörspiele für Kinder oder für die Erwachsenen zur kulturellen Nachhilfe. Für den jüngeren (und dann doch noch zu seiner eigenen Überraschung auch für den älteren) Sohn waren die guten alten Reisespiele ebenso hilfreich wie Farbstifte und Papier zum zeichnen oder „Schiffli versänkis“ spielen.