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Mit Kindern durchs Quartier: Breitenrain

Viel Grün, Spielplätze an unerwarteten Orten, zahllose Lädeli und Lokale: Der «Breitsch» ist nicht umsonst sehr hip.
6 Sep 2018
Fotos — Michael Peter

Als Zuzüger aus Matte und Obstberg pendeln wir seit 20 Jahren im Breitenrainquartier umher: zwischen Breitsch- und Viktoriaplatz, Coop und Reformhaus, Apotheke, Kasernenwiese und Dolce Vita – und nun auch zwischen unserem Daheim und der Montessori-Kita. Im Breitsch wohnen ältere Menschen neben jungen Familien, Querköpfe, Alkis, Künstler und solche, die es werden möchten, Normalos und nochmal ganz andere. Ein bunt gemischter, liebenswürdiger Haufen aus Nah und Fern bereichert das grosse Quartier in Bern Nord. Manchmal stelle ich fest, dass ich zwei, drei Wochen gar nicht in der Stadt war, weil: Hier gibt’s tutti quanti und alles, was das Leben lebenswert macht.

Hier findet ihr die ungefähre Route mit fast allen Stationen auf Google Maps: Teil 1 (Viktoriaplatz bis Breitenrainplatz), Teil 2 (rund um die Kasernenwiese), Teil 3 (Scheibenstrasse) und Teil 4 (Spielplätze von Schützi über Spitalacker bis Bimano).

Vom Viktoriaplatz die Moserstrasse entlang

Das Zwischennutzungsprojekt Alte Feuerwehr Viktoria mit dem Restaurant Löscher, Urban Gardening im Innenhof und vielen anderen Projekten garantiert einen unkomplizierten Groove
Tipp: Jeden Donnerstag von 17-19 Uhr findet beim Eingang zum Löscher der Abendmarkt statt – feines Brot von Backbord, Gemüse, Früchte, Fisch, Fleisch und mehr, alles Bio und regional, ergo saisonal.

Wer die Moserstrasse mit einigen schönen Geschäften entlangspaziert, sollte einen Abstecher im La Luna einplanen – sieht man von aussen fast nicht, aber hier gibts nebst schönem Holzspielzeug und anderen Bébé- und Kindersachen auch Wolle-Seide-Bodies und Disana Produkte zu sehr guten Preisen und mit freundlicher Beratung.

Hunger? Im ayurvedischen Restaurant 3 dosha gibts gesundes, vegetarisches Essen à discretion. Besonders fein, aber nur abends verfügbar (und recht scharf): die Samosas für 2.50 Franken pro Stück. Wer mag, nimmt das Essen gleich mit auf den tollen Schützenweg-Spielplatz.

Mal ohne Kinder unterwegs? Im Kino ABC laufen immer wieder gute Filme, und vor allem  auch dann noch, wenn wir sie in der Stadt längst verpasst haben. Auch die Zauberlaterne ist hier daheim.

Immer wieder für ein Schnäppchen gut ist der Olmo-Outlet (auch für Kinderschuhe!)

Ein Zwischenstopp in der Bäckerei Bohnenblust steht bei uns fast täglich auf dem Programm. Vermutlich auch, weil alle Breitsch-Kinder schon so auf die Gratisgüezi konditioniert sind. Für Schleckmäuler empfehlen wir den Nidlechueche.

Am Breitenrainplatz

Wer weiter entlang der Moserstrasse läuft, die leider auch recht befahren ist, kommt schon bald zum Breitenrainplatz (resp. Breitschplatz), dem Herzstück des Quartiers.

Im 1. Stock des Coop befindet sich hier nicht nur die grossartige Ludothek, sondern auch ein Coop-Restaurant mit Spielecke und (ganz wichtig!) kinderwagengerechter Toilette (leider wird da drin ein scheussliches Airwick versprüht, kleiner Nachteil). Schlüssel an der Kasse verlangen. Die Coop-Ludo-Combo ist auch eine gute Notlösung für Regentage.

Eine gepflegte Bierauswahl und eine tolle Lage direkt am Breitenrainplatz hat die Barbière. Auch ein paar Spielsachen liegen für die kleinen Gäste parat. Eine gute Night Out: das Pub Quiz.

Gleich nebenan gibts Biofleisch in hipper Atmosphäre, aber mit dem obligaten Lioner-Redli für die Kleinen: Die Metzgerei La Boulotte bietet Dienstag bis Freitag jeweils ein Mittagsmenü zum Mitnehmen an. Die jungen Metzger mit teils eindrücklichen Bärten haben den Tieren, die sie «von Kopf bis Schwanz» verarbeiten, quasi beim Wachsen zugesehen – zur Metzgerei gehört auch ein Hof in Kirchlindach. Eine ehrliche Sache.

Im zentralen Breitsch-Träff gibts unter anderem regelmässig Abendessen aus allen möglichen Ländern; da servieren Syrer, Äthiopier und Inder ihre Landesspezialitäten zu fairen Preisen und in lockerer Atmosphäre.

Rund um die Kasernenwiese

Vom Breitenrainplatz könnte man zum Beispiel in die schöne Herzogstrasse einbiegen: Im Ô Capitaine  ist gut bedient, wer einen feinen Kaffee braucht oder ein Apéro möchte (und der Brunch ist super, allerdings ist das Lokal eher eng, also nicht sehr gut für Kinder geeignet).

Wer mag, findet etwas weiter vorne im Laubfrosch 2 vielleicht noch ein Geschenkli fürs Gottekind, beispielsweise eines der coolen Klebtattoos von Olé.

Dann aber ab auf die Kasernenwiese: genug Platz zum Spielen, Austoben, Velölen, Picknicken oder Schneemann bauen.

Gleich daneben hats beim Restaurant Büner, wo es das beste Wienerschnitzel weit und breit geben soll, ein kleines Spielplätzli mit Brunnen und Bänkli.

Und auf der anderen Seite hat die Bäckerei La Praliné auch am Sonntag offen. Zopf am Meter und grossartige Buttergipfeli!

Auf dem Rückweg könnte Mama bei Lost&Found an der Militärstrasse noch eine hübsche Minibag Plus direkt von den Tegeltija-Schwestern posten (Öffnungszeiten beachten). Wir sind immer noch Fan.

Richtung Wylerbad

Vom Breitschplatz aus gehts auch links in eine gute Richtung: an der Stauffacherstrasse ein Gelato schnappen in der Gelateria und weiter ins Wylerbad spazieren.

Znachtessen mit Kindern geht ja am besten bei den Italienern. Im Breitsch hats beispielsweise im Dolce Vita viel Platz und Servicepersonal mit bewundernswerter Seelenruhe.

Gleich daneben findet man im Keller mit genug Geduld vielleicht mal ein grossartiges Mid-Century-Möbelstück zu einem Spottpreis: La Trouvaille des Roten Kreuzes belohnt regelmässige Besucher mit eben dem – Trouvaillen.

Geheime und weniger geheime Spielplätze

Unsere liebsten Spielplätze neben dem grossartigen Schützenweg-Spieli: der Spitalacker-Spielplatz vis-à-vis vom Sportplatz (wo ein Match des FC Breitenrain, von der denkmalgeschützten Tribüne aus verfolgt, auch immer eine gute Unterhaltung darstellt) und der überraschende Viktoriastrassen-Spielplatz gut versteckt im Innenhof zwischen Spitalackerstrasse und Viktoriastrasse 32-44.

Nicht mehr wirklich im Breitenrain, aber immerhin fast an der gleichen Tramlinie liegt der schönste Indoor-Spielplatz weit und breit: Bimano!

Und etwas ab vom Schuss, bei der Kirche St. Marien an der Wylerstrasse, befindet sich ein Geheimplätzli, das wir nur euch verraten, quasi unser Secret Garden: der wilde Schrebergarten neben dem grossen Kirchenareal ist eine ruhige Oase im geschäftigen Quartier.

Rea Wittwer ist freischaffende Autorin und Texterin und Mutter einer Tochter (2). Ihre Breitenrain-Lovestory fing Anfang 20 mit einem selbst gegründeten WG-Haus an der Rütlistrasse an, welches von den Bewohnern auch liebevoll «Rütlischlampe» genannt wurde.  

In dieser losen Serie haben wir auch schon das Weissenbühl-Mattenhof-Quartier vorgestellt. Welches sind eure Lieblingsplätze im Breitsch? Haben wir etwas vergessen?

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