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Helden sind auch mal fies, eklig und mutlos

Die schottische Autorin A.L. Kennedy wechselt das Genre und beweist, dass Sprache in Kinderbüchern Spass machen kann. (Mit Verlosung!)
22 Okt 2018
Bild — CinCin

Die schottische Autorin A.L. Kennedy schreibt verzwickte und sprachgewaltige Romane und Kurzgeschichten über die dunklen Seiten des Lebens. Ihr letztes Buch «Serious Sweet» kreiste um zwei kaputte Londoner – eine kürzlich erst trocken gewordenen Alkoholikerin und einen frisch geschiedenen Beamten. Auf Fotos sieht Kennedy immer ein bisschen so aus, als würde sie die Nächte durchschreiben und das Sonnenlicht meiden. Dass sie auch Sinn für Humor hat, zeigt sich nicht nur im Galgenhumor, der immer wieder in ihren Texten aufblitzt, sondern auch in ihren Stand-Up-Comedy-Auftritten.

Jetzt hat sie ihr erstes Kinderbuch geschrieben: «Uncle Shawn and Bill and the Almost Entirely Unplanned Adventure» (2017), kürzlich auf Deutsch unter dem Titel «Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer» erschienen. Gewidmet ist es ihren Patenkindern, den Zwillingen Xavier und Honor der Schauspielerin Tilda Swinton.

Dan der Dachs muss gerettet werden. Zum Glück gibt es Onkel Stan, denn Retten ist sein liebstes Hobby.

Das mit witzigen Illustrationen von Gemma Correll versehene Buch wird ab 9 Jahren empfohlen und eignet sich auch zum Vorlesen für kleinere Kinder. Obwohl man darin nicht vor depressiven Lamas, die zu Lammpastete verarbeitet werden sollen, Tierquälerinnen und Kindern, die «schreckliche Gedichte über Züge schreiben», verschont bleibt. Schon der Einstieg gibt die Stimmung vor: «Dan der Dachs erlebte einen sehr schlimmen Abend, wenn nicht den schlimmsten seines ganzen Lebens. Er steckte in einem Sack. Es war ein furchtbar kratziger Sack, und er roch, als hätte jemand anderes, nämlich auch ein Dachs, vor ein paar Tagen darin geweint und sich danach vielleicht auch übergeben.» Der Dachs wird von zwei schrecklichen Schwestern gekidnappt («Es sah so aus, als hätte jemand ihre riesigen, fleischigen Gesichter direkt auf die Kragen ihrer schmuddeligen rosa Strickjacken gepflanzt») und muss gerettet werden. Zum Glück gibt es Onkel Stan, denn Retten ist sein liebstes Hobby.

«Am meisten Freude macht an diesem Buch die Sprache. Bücher für Kinder sind so oft in schmuckloser, fader Sprache gehalten – dieses jedoch sprudelt über vor beglückenden Bildern.» schrieb «The Observer» und der Glasgower «Herald» beschrieb den Stil als «Roald Dahl auf Red Bull». A.L. Kennedy beweist, dass Bücher für Kinder weder anständig noch politisch korrekt sein müssen und die Figuren darin auch mal richtig fies, eklig, mutlos oder einfach nur traurig sein dürfen.

Verlosung

Wer ein Exemplar von «Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer» gewinnen möchte, schreibt bis 26. Oktober 2018, 23:59 Uhr hier einen Kommentar. Die Gewinnerin/der Gewinner wird ausgelost, benachrichtigt und muss das Buch persönlich im Chinderbuechlade an der Gerechtigkeitsgasse 26 in Bern abholen.

* Sarah Sartorius ist Redaktionsleiterin der Berner Kulturagenda. Sie freut sich, dank ihrer Tochter wieder in die Bücher ihrer Kindheit einzutauchen. Unter dem Titel «Eselsohren» stellt sie Lieblingsbilderbücher vor. Sämtliche «Eselsohren»-Buchtipps findet ihr hier.

Chinderbuechlade, Gerechtigkeitsgasse 26, Bern – www.chinderbuechlade.ch
Berner Kulturagenda – www.bka.ch

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25. Oktober 2018
Sehr gärn🤗 we‘re in
23. Oktober 2018
Mo
...es nöis GuetNachtGschichtli - gääärn :-)
22. Oktober 2018
Jenny
Das Buch klingt klasse. Die Mädels lieben Bücher und können davon nicht genug in ihren Bücherkisten haben.
22. Oktober 2018
jajaja...zeit für neue geschichten.
22. Oktober 2018
Alexandra
Das klingt grossartig! Würde uns sehr gut gefallen.
22. Oktober 2018
Huntemann Christine
Guten Morgen, „Gewidmet ist es ihren Patenkindern, den Zwillingen Xavier und Honor der Schauspielerin Tilda Swinton.“ Ich habe zweimal Zwillinge - da müssen wir das Buch doch fast schon lese n.... ;-) Zudem bin ich mir sicher, dass die lebendige, bunte Sprache meine Kids sehr ansprechen und begeistern würde! Herzliche frühe Grüsse Christine Huntemann