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Rein statt raus: Flucht vor der Hitze

Wohin mit Babys und kleinen Kindern in der Hitze? Wir haben fünf Museen, Schlösser und Ausflüge zum Abkühlen.
12 Jul 2022

Dieser Beitrag erschien erstmal im Juli 2020, wir haben ihn im Juli 2022 überarbeitet.

Wenn in der Badi kaum mehr ein Plätzchen für das Tüechli frei ist, lautet eine leider völlig unterschätzte Strategie: antizyklisches Verhalten! Gerade mit Babys, welche die Sommerhitze nicht gut vertragen, kann es extrem erfrischend sein, an einem Hitzetag ein Museum zu besuchen. Dort ist es angenehm kühl, ruhig, und ein wenig Kultur in all dem Glace- und Baditrubel schadet auch dem elterlichen Geist nicht.

An allen Samstagen im August ist der Eintritt in die Berner Museen sogar gratis. Hier kommen fünf Ausstellungstipps für Museen, die ihr vermutlich noch nicht in- und auswendig kennt. Falls ihr was anderes sucht: Die Website www.museen-bern.ch hat einen Suchfilter «für Kinder geeignet», mit dem euch besonders familienfreundliche Ausstellungen angezeigt werden.

Klingende Sammlung

Sie befindet sich grad unter dem Zytglogge, ist aber trotz ihrer zentralen Lage noch wenig bekannt: die Klingende Sammlung. Sie beruht auf einer international bedeutenden Instrumentensammlung, die durch eine private Stiftung gerettet und seit 2017 mitten in Bern neu ausgestellt wurde. In der aktuellen Ausstellung «Kuriositäten – Merkwürdige Blasinstrumente» können eigenartige Blasinstrumente wie das Echocornet oder das Sudrophon bestaunt und angehört werden. Und schliesslich stehen viele Instrumente zu eigenen Spielversuchen bereit. Schon mal Alphorn gespielt? Für Kinder ein faszinierender Abstecher, grad wenn man an einem Hitzetag sowieso «in die Stadt» muss.
Klingende Sammlung

  • Wo Kramgasse 66, Bern.
  • Wann Dauerausstellung. Mi – So 14 – 17 Uhr, Mo und Di geschlossen
  • Für Familien mit Kindern ab ca. 5 Jahren, die Musik sonst nur noch vom Hörbert hören.

Schaffen im Park

Im schattigen Museumspark des Bernischen Historischen Museums wird jeweils Mittwochs und Sonntags gewerkelt, gehauen und gestaltet, was das Zeug hält. Erlebnis Münsterbau heisst das, und wie vor 601 Jahren, als der Bau des Berner Münsters begann, wird Muskelkraft statt Strom eingesetzt. Wem es sogar im Park zu heiss, lässt sich in der hochaktuellen Sonderausstellung «Entfesseltes Geld» drüber ins Bild setzen, wie das genau läuft mit der Inflation, den Kryptowährungen und geht der grossen Frage nach, ob wir unserem Geldsystem überhaupt vertrauen können.

  • Wo Bernisches Historisches Museum
  • Wann Erlebnis Münsterbau: Jeweils Mittwoch und Sonntag von 10 – 17 Uhr bis 16.10. «Das Entfesselte Geld» bis 8. Januar 2023.
  • Für Kinder, gerne anpacken und Eltern, die keine Finanzprofis sind.

© Bernisches Historisches Museum, Bern. Foto: Nathalie Jufer

Zentrum Paul Klee

Das Zentrum Paul Klee bietet die perfekte Gelegenheit, einen Museumsbesuch mit einem Brätliausflug zu verbinden. Das Zentrum Paul Klee liegt nämlich sehr schön (lasst euch nicht von der Autobahn beirren!) vor einem wunderbaren Wald, wo es tolle Brätlistellen und sogar einen kleinen Pumptrack hat. Auf dem Weg dahin lässt sich zudem das Grab Klees auf dem Schosshaldefriedhof besuchen, gleich neben der grünen «Schnecke», einem spiralartigen Aussichtspunkt am Rande des Friedhofs. Wir werden die Gelegenheit bald nutzen und noch die Ausstellung «Leuchtendes Geheimnis – Kinder kuratieren Klee» besuchen – eine von einer Kindergruppe erarbeitete Ausstellung rund um die Geschichte eines der letzten Gemälde Klees. Sofern wir nicht im Kindermuseum Creaviva hängen bleiben (auch schon passiert, siehe Bild). Definitiv einen Sommertag wert.
Zentrum Paul Klee

  • Wo Zentrum Paul Klee an der Endstation des Schosshalde-Bus (oder warum nicht ein Cargovelo ausleihen für diesen Ausflug? Da hat auch das Brätlizeugs Platz.) Brätlistelle z.B. hier
  • Wann Leuchtendes Geheimnis: noch bis 4.9.
  • Für alle, die das ZPK – und den Wald – nur vom Vorbeifahren an der Autobahn kennen.

Kunsthalle

Jeder kennt die Kunsthalle von draussen – aber wart ihr schon mal drin? Hier wurde internationale Kunstgeschichte geschrieben – aber man kann da auch ganz unaufgeregt einen halben Nachmittag verbringen, um vor der Stadt zu fliehen und sich ein wenig kultivierter zu fühlen als zwischen Duplo und Playdoh. Kinder stören hier nicht, wissen wir aus Erfahrung. Draussen wartet danach die vielleicht coolste Bar Berns, designt vom Künstlerduo Lang/Baumann, mit Drinks/Sirup in den Bäumen, und wenn die Kinder nun noch Auslauf brauchen – einfach an die Aare hinunter und entweder den hübschen Spazierweg dem Fluss entlang bis zum Bärengraben einschlagen oder grad in die andere Richtung und doch noch kurz im Marzili ins Wasser hüpfen.
Kunsthalle Bern

  • Wo Kunsthalle Bern, am Helvetiaplatz
  • Wann Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa – So 10 – 18 Uhr
  • Für Eltern, die beim Stichwort Kunst an den dreckigen Küchenboden denken, und ihre begabten Kinder.

Schloss Jegenstorf

In den Ferien in Griechenland verkauften wir unseren Kindern quasi jede antike Stätte als «Ritterburg». Ritter, Königinnen, Prinzen – alles sehr faszinierende Themen, die bei einem Ausflug auf eines der wenig bekannten Schlösser in der Nähe als Aufhänger dienen. Das Schloss Jegenstorf ist ab Bern in 15 Minuten erreichbar, es hat ein tolles Kinderprogramm und einen weitläufigen Schlossgarten. Familien können mit Entdeckungskarte und Kompass auf eine «geheimnisvolle Schloss(zeit)reise» gehen und verborgene Koffer aufspüren, die allerlei spannende Objekte zum Erforschen, Spielen und Rätseln enthalten. Ein weiteres Highlight: die spannenden Textporträts verschiedener ehemaliger Schlossbewohnerinnen, die Einblicke in das damalige Leben als Frau vermitteln.
Schloss Jegenstorf

  • Wo Schloss Jegenstorf, General-Guisan-Strasse 5, 3303 Jegenstorf
  • Wann Di – Sa 13.30 – 17.30 Uhr, So 11.00 – 17.30 Uhr
  • Für kleine Ritterinnen, Prinzen und stadtmüde Eltern ohne Auto (der RBS hat 13 Minuten bis Jegenstorf)

Achtung: Im Schloss Jegenstorf gilt die Samstags-gratis-Aktion nicht.

 

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