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Vom Zauber des Schulwegs

Eltern müssen loslassen lernen, für Kinder bedeutet der Schulweg vor allem Freiheit, wie dieses Kinderbuch ohne Worte zeigt. Mit Verlosung!
Kooperation
20 Mai 2019
Bild — CinCin

Wenn die Kinder in die Schule kommen, steht ein weiterer wichtiger Ablösungsprozess bevor, und der Schulweg, der nun vom Kind im Idealfall allein begangen wird, verlangt von den Eltern einiges an Vertrauen und Gelassenheit. Während er für die Kinder wohl vor allem Abenteuer und Freiheit bedeutet.  In Julie Völks «Wenn ich in die Schule geh, siehst du was, was ich nicht seh» (2018) wird diesem – zugegeben in diesem Fall idyllischen und autofreien – Weg ein ganzes Buch gewidmet. Ohne Worte begleitet die gebürtige Wienerin, die in Hamburg Illustration studiert hat, ein Mädchen und seinen kleinen Bruder in die Schule – von der Verabschiedung der Eltern bis zur Ankunft im Klassenzimmer. Unterwegs durch Birkenwäldchen entlang an Flüssen, werden Klassenkameradinnen und -kameraden eingesammelt, abgeholt und eingeholt. Von der Fischerfamilie, geht es zum Bauernhof, zu einer Artistenfamilie eines Zirkus’, einer Bäckerei und weiter zu einer Zoohandlung, wo der Junge erst am Zähneputzen ist.

Bei so vielen grossartigen Dingen, die es unterwegs zu sehen gibt, ist es erstaunlich, dass die Kinder rechtzeitig zur Schule kommen. 

Mit feinen Strichen, liebevollen Details und in einem verspielten aber nie zu lieblichen Stil fängt Völk die tagträumerische Atmosphäre des morgendlichen Schlenderns ein und schafft es, jedes Kind fantasievoll darzustellen. Bei so vielen grossartigen Dingen, die es unterwegs zu sehen gibt – die Krokodile, die sich vor einer Garage tummeln, der Löwe im Schaufenster der Zoohandlung oder der Mann, der in der Plakatsäule wohnt –, ist es erstaunlich, dass die Kinder rechtzeitig zur Schule kommen. Der Einzige, den man in aller Eile mit offenen Schuhbändeln und fliegenden Blättern ins Schulhaus rennen sieht, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit der Klassenlehrer der seelenruhigen Kinder.

Völks Bilderbuch ist eine Momentaufnahme der Kinderjahre am Anfang der Schulzeit, die voller Neugierde und Entdeckungslust sind.

Ist das klitzekleine Mädchen mit der gelben Mütze, das am Ende im Schulzimmer fast nicht über den Pultrand sieht, auf jedem Bild zu sehen? Was ist das für ein geheimnisvolles windschiefes Häuschen neben der Schule? Welchen merkwürdigen Figuren, die zum Teil gerade erst erwachen, begegnen die Kinder sonst noch auf dem Schulweg? (Die Lieblingsfigur meiner Tochter ist die Meerjungfrau-Grossmutter mit Rollator, die bei den Fischern auf der Aussentoilette sitzt). «Wenn ich in die Schule geh, siehst du was, was ich nicht seh» ist eine Art unaufdringliches Wimmelbuch, das man als solches anschauen kann, oder auch nicht. Völks Bilderbuch ist eine Momentaufnahme der Kinderjahre am Anfang der Schulzeit, die voller Neugierde und Entdeckungslust sind.

Chinderbuechlade, Gerechtigkeitsgasse 26, Bern – www.chinderbuechlade.ch Berner Kulturagenda – www.bka.ch

Verlosung

Wer ein Exemplar von «Wenn ich in die Schule geh, siehst du was, was ich nicht seh» gewinnen möchte, schreibt bis 26. Mai 2019, 23:59 Uhr hier einen Kommentar. Die Gewinnerin/der Gewinner wird ausgelost, benachrichtigt und muss das Buch persönlich im Chinderbuechlade an der Gerechtigkeitsgasse 26 in Bern abholen. *Sarah Sartorius ist Redaktionsleiterin der Berner Kulturagenda. Sie freut sich, dank ihrer Tochter wieder in die Bücher ihrer Kindheit einzutauchen. Unter dem Titel «Eselsohren» stellt sie Lieblingsbilderbücher vor. Sämtliche «Eselsohren»-Buchtipps findet ihr hier.