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Auf Eichhörnchenjagd
im Museum

Im Museum für Kommunikation ist alles neu! Wir haben die Ausstellung mit kleinen Testern erkundet: Sie bietet Eltern und Kindern viel.
16 Aug 2017
Bilder — Bruna Casagrande

Einen Brief schreiben, das Blatt rollen, in den Behälter legen – und ab saust die Post durch das durchsichtige Plastikrohr: Das auf Anhieb Spannendste an der neuen Ausstellung im Museum für Kommunikation (MfK) ist etwas denkbar Altes. Ein Klassiker, der auch mit der Neukonzeption nicht verschwinden durfte: die Rohrpost. Unsere kleinen Tester – fünf Mädchen und Jungs im Alter zwischen 2 1/2 und 6 Jahren – beschäftigen sich erst mal ausgiebig damit, dem schnellen Rohr hinterherzurennen. Das brandneue, aufwändige, ausgefeilte neue Ausstellungskonzept der renommierten Szenografen Kossmann.dejong  interessiert sie zunächst null. So ist das mit Kindern. Sie sind ein gnadenloses Publikum.

Aber bald einmal entdecken sie es dann doch: das neu eingezogene Eichhörnchen Ratatösk, das sich in der gesamten Ausstellung zwölf Mal versteckt und jeweils auf Spiele aufmerksam macht, die sich speziell an Kinder zwischen 4 und 8 Jahren richten. Im neuen Museum für Kommunikation sind Attraktionen für Kinder und Erwachsene nicht getrennt. Immer wieder finden sich Exponate, die Kleine auf Anhieb ansprechen, neben solchen, die kopflastiger und komplexer sind. Das ist aus Familiensicht das Beste am neuen MfK. Denn normalerweise sind kulturelle Angebote – und überhaupt unsere Gesellschaft –  ja ziemlich separatistisch angelegt: Entweder ist etwas für Erwachsene. Dann interessierts die Kinder wenig. Oder es ist für Kinder. Dann ists den Grossen oft langweilig.

Eine Ausstellung wie eine Lasagne

Hier ist das anders. Die neue Ausstellung im MfK, die nach fünf Jahren Planen und Umbauen am 19. August mit einem grossen Fest eröffnet, ist für beide interessant. Und zwar auf mehreren Ebenen, sodass man nicht schon nach dem ersten Besuch alles gesehen hat, sondern immer wiederkehren kann und stetig Neues entdeckt. Die Ausstellungsmacher vergleichen das Konzept mit einer Lasagne: Sieht oben fein aus, aber wenn man tiefer reinsticht, kommt vielleicht noch eine Olive zum Vorschein, die von aussen nicht sichtbar war.

Das kann ein Teil aus der riesigen Sammlung des Museums sein, von der ungefähr 1000 Exponate nun zu sehen sind: vom alten Postauto bis zum Fluchtauto des Fraumünsterpost-Raubs; von Alain Bersets Handy, mit dem er das erste Bundesrats-Selfie geschossen hat, bis zum ersten Schweizer Computer, dem monstermässigen ERMETH; vom Drehscheibentelefon, das unsere Kinder in freier Wildbahn nie mehr bedienen dürften, bis zur Handy-Attrappe, die man sich einst zum Bluffen kaufte. Die Ausstellung ist auf- und anregend, bunt und blinkend, aber auch angenehm zugänglich.  Niemand muss viel lesen, wenn er nicht will; so genannte Kommunikatoren – die proaktive und zugänglichere Variante von Museumsaufsehern – sind sofort mit Erklärungen zur Stelle, wenn man fragend um sich blickt. Unsere kleinen Tester spielen derweil, telefonieren, morsen, schreiben mit Federkiel, lassen sich von einem falschen Lift täuschen, kippen fast ein Labyrinth vom Sockel, rennen die Rampe rauf und runter, spielen mit Klötzchen, riechen, fühlen, tasten.

Kinderfreundliches Café im Pavillon

Und dann haben sie irgendwann einmal Hunger. Den stillen wir im kinderfreundlichen Café Pavillon, wo uns sofort Kinderbesteck und Pasta blutt angeboten werden und sich niemand über das mittlere Chaos am Kindertisch zu stören scheint. Bern hat nicht nur eine Schlechtwetteroption mehr, sondern ist um ein echtes Kulturangebot reicher. Wir kommen wieder, das Bisschen Lasagne hat geschmeckt!

Verlosung: Das Museum für Kommunikation verschenkt zwei Familienkarten im Wert von je 75.–. Mit einer Familienkarte können sechs Personen (davon maximal zwei Erwachsene) ein Jahr lang im Museum ein- und ausgehen. Schreibt uns zum Gewinnen im Kommentarfeld den lustigsten Versprecher eures Kindes, das witzigste Missverständnis. Die Teilnahme ist auch via Facebook möglich. Einsendeschluss: 18.8.2017, 23:59 Uhr.

Museum für Kommunikation, Helvetiastrasse 16, Bern. Ab 19. August 2017 wieder geöffnet. Grosses Eröffnungsfest am Samstag, 19. August, 14.00–00.00 Uhr, mit vielen Attraktionen, Eintritt gratis.

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19. August 2017
Sarah
Vielen Dank für die unterhaltsamen Beiträge! Unser Lach-o-mat hat weit ausgeschlagen, am Ende hat sich der Zufall für Miriam Lenzs Schinkennuggets (via Facebook) und Christine Schaads entsorgte Hasen entschieden. Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt eine Familienkarte des Museum für Kommunikation Bern gewonnen und werdet benachrichtigt. Nicht verpassen: Heute ist grosse Eröffnung!
18. August 2017
Trix
Mamma.... Ich hab den "Schluck-auf-zu"!
16. August 2017
Nina v.A.
Unser Sohn kann nicht einschlafen und ist um 21.30 Uhr noch immer hellwach. Ich frage: "Warum schläfst du noch nicht?" Er sagt: "Mami, ich bin eben nachtaktiv."
16. August 2017
Rahel Balmer
Mücke legt sich genüsslich auf den Arm der Tochter, bevor ich Muttertier beherzt eingreifen kann, beschwichtigt mich meine Tochter: "Die Mücke will nur schlafen, sie hat den Rüssel eingezogen."
16. August 2017
Schaad Christine
"Mami, wir müssen noch die Hasen entsorgen (statt versorgen..)" "Mami, was ist das?" "Ein Augenlid." "Kannst du mir das mal vorsingen?"