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Berlin mit Kindern: Parks und Spielplätze

Berlin ist eine der grünsten Grosstädte Europas – und schlägt ein familienfreundliches Tempo an. Wir haben Tipps für Berlintrips mit Kind.
28 Sep 2022
Bilder — Johannes Klaus (1), Cindy Ruch (3)

Zugegeben – mit Berlin verbindet man erst einmal billigen Partytourismus, Feiern von Donnerstag Mittag bis Montag Morgen und dann vielleicht noch die Tourismus-Hochburgen wie Brandenburger Tor, Fernsehturm und irgendwie überall ein wenig Ost-Charme oder Kriegsversehrtheit. Die deutsche Hauptstadt hat aber um einiges mehr zu bieten. Und das gerade für Familien mit Kindern.

Erst einmal gilt zu sagen: Das Tempo in Berlin ist echt familienfreundlich. Brunchen den ganzen Tag, gemütliches Anstehen am Glacéstand, sich bloss nicht hetzen lassen. Weder an der Rutsch- noch in der S-Bahn. Das ist Berlin. Und Berlin ist – verglichen mit anderen europäischen Grossstädten – wahnsinnig grün. Knapp 15 Prozent des Stadtgebiets sind öffentliche Grünflächen, darunter 2’500 Parks. Der grösste deutsche Stadtwald befindet sich in Berlin (der Grunewald), begrünt wird die Stadt von einer Million Bäumen (im Vergleich: Paris schafft es nicht einmal auf eine halbe Million). Das heisst für Familien: Es gibt immer ein Plätzchen zum Verschnaufen. Und das beste: auch zum Spielen! Denn in Berlin gibt es gut 1’850 Spielplätze zu entdecken. Die schönsten sind im «Spielplatzguide Berlin» verzeichnet, aus dem wir freundlicherweise auch die Bilder für diesen Beitrag verwenden durften. Hier sind die Lieblinge unserer Berlin-Korrepsondentin Anja Vatter*:

Parks & Spielplätze

Volkspark Friedrichshain

Wo nachts die Technobeats abgespielt werden, lässt sich tagsüber gemütlich entspannen. Herzstück des ältesten Parks Berlins ist der Märchenbrunnen. Neun Märchen der Gebrüder Grimm wurden hier mit Steinskulpturen bebildert. Wer findet heraus, welche Geschichten sich hier verstecken? Weitere Brunnen und ein kleiner Wasserfall laden Kinder sogar zum Baden ein. Wer das Wasser nur anschauen will, kann im Café Schönbrunn neben dem künstlichen See eine Berliner Weisse geniessen. Für die Grösseren gibt es Beachvolley-Felder und einen Kletterfelsen. Und ab Mai Freilichtkino im Park.
Volkspark Friedrichshain, Am Friedrichshain 1, 10407 Berlin, auf Google Maps

Park am Gleisdreieck

Diese von Anwohnern mitgestaltete Parkfläche befindet sich direkt neben dem Deutschen Technikmuseum (quasi das Pendant zum Verkehrshaus) und dem dazugehörigen Spectrum – ein tolles Naturwissenschafts-Museum zum Anfassen und Experimentieren. Mein persönliches Highlight im Gleisdreieck: die riesigen Schaukeln. Hier kann man auch als 1.70-m-Person den Wolken näherkommen. Ausserdem gibt’s im Park den Stangenwald-Spielplatz, auf dem man parcours-mässig herumbalancieren kann. Direkt daneben steht der kleine Kiosk parat. Und später geht’s hinüber zum BRLO-Biergarten zu einem lokal gebrauten Craft Bier.
Park am Gleisdreieck, Möckernstrasse 26, 10963 Berlin, auf Google Maps

Tiergarten

Man kann den Geist von früher hier noch atmen – die Vorstellung, dass hier vor hunderten von Jahren noch die Jäger posaunend durchstoben, hat irgendwie auch etwas Romantisches. Der Tiergarten ist die grüne Lunge Berlins. In ihrer Mitte ragt die Siegessäule – hier liebevoll «Goldelse» genannt – herauf, eine gute Alternative zum Fernsehturm. Weite Wiesenflächen und lauschige Wäldchen, verträumte Bäche und diverse Spielplätze laden zum Flanieren und Pausieren ein. Direkt an der Peripherie gibt es weitere Sehenswürdigkeiten wie das Holocaust-Mahnmal (im Park selbst übrigens das sehr viel weniger beachtete Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen), den Bundestag, das Brandenburger Tor, das Haus der Kulturen der Welt oder den Potsdamer Platz mit Philharmonie und Gemäldegalerie.
Und Achtung: Verwechselt den Tiergarten nicht mit dem Tierpark! Der ist zwar auch wahnsinnig toll, aber ganz weit im Osten.
Grosser Tiergarten, Strasse des 17. Juni 31, 10785 Berlin, auf Google Maps

Tempelhofer Feld

Der ehemalige Flugplatz Tempelhof (im Bild ganz oben) ist heute windiges Nächsterholungsgebiet mitten in der Stadt. Eindrücklich ist die schnurgerade Landebahn, auf der am Wochenende unzählige Kite-Surfer, BMX’ler, Skateboarder und Kinderwagenjogger unterwegs sind. Im Winter wird hier gelangläuflet und ansonsten gibt es auf dem brachen Feld einen Bereich für Urban Gardening, viiiiiiel Platz für ein spontanes Picknick und sogar eine der sehr rar gesäten Grillstellen in der Stadt. In welcher Grossstadt leistet man sich noch einen so riesigen, topfebenen Platz, um einfach nur abzuhängen und zu leben? Grossartig!
Tempelhofer Feld, Wingänge Tempelhofer Damm, Columbiadamm und Oderstrasse, auf Google Maps

Kolle37

Früher oder später zieht es alle Berlin-Besucherinnen und –Besucher in den Prenzlauer Berg. Der Kiez, der früher noch für die punkigen Untergrundclubs stand, ist schon länger das Mutter-Vater-Kind-Paradies geworden. Auch wenn darüber immer wieder geunkt wird, auch zurecht. Im diesem Quartier reihen sich die hübschesten Boutiquen und zauberhaftesten Cafés aneinander, gegeizt mit Spielplätzen wird auch nicht. Inmitten so viel hipper Schönheit tut aber der Kolle37 besonders gut: Ein wilder Abenteuerspielplatz, auf dem die Kinder und Jugendlichen ihren Raum selbst gestalten können. Obacht! Ausser an Familien-Samstagen sind Eltern hier nicht erlaubt (die müssen in der Zeit halt apérölen).
Kolle37, Kollwitzstrasse 35, 10405 Berlin, auf Google Maps

Helmholtzplatz

Und wenn wir schon im Prenzlauer Berg sind, darf natürlich das Epizentrum nicht fehlen – oder eins der beiden. Neben dem Kollwitz-Platz (das Zentrum von »Schwabylon«) ist das mit Sicherheit der Helmholtzplatz mit seinem grossen Spielplatz für Kinder aller Altersstufen, umgeben von netten Cafés und kleinen Boutiquen, für die der (ja, doch, immmer noch ein bisschen) Szene-Kiez bekannt ist. Und das beste: Gleich um die Ecke ist das MACHmit! Museum für Kinder. Aber dazu mehr im zweiten Teil dieser Serie: Kultur für Kinder.
Helmholtzplatz, Dunckerstrasse, 10437 Berlin, auf Google Maps

Die Bilder zu diesem Beitrag stammen aus dem tollen «Spielplatzguide Berlin – Die genialsten Spielplätze und besten Eisdielen» aus dem Verlag Reisedepeschen. Ein super Begleiter für einen Berlintrip als Familie! Bestellen z.B. beim Chinderbuechlade in Bern.

Anja Vatter
Worte sind ihre Welt: Seit 2010 arbeitet Anja Vatter als selbstständige Texterin und Konzepterin in Berlin, in ihrem Herzen brummt aber immer noch der Berner Bär. Gemeinsam mit ihrem Bruder führt sie den Verlag vatter&vatter. Vor allem im Frühling und Sommer hält ich Traureden an freien Hochzeitszeremonien, das ganze Jahr über wächst sie mit ihren zwei Söhnen mit.
www.anjavatter.com – www.vatterundvatter.de – www.traumich.ch
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