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Das steckt alles in einem Wimmelbuch

Beatrice Kaufmann, die Schöpferin des 10’000-fach verkauften Bern-Wimmelbuchs, hat ein neues Werk fertig. Es spielt am Flughafen.
14 Nov 2017
Illustration und Bild — Bee Kaufmann

In diesen Tagen erscheint ein neues Wimmelbuch, das sich ganz dem Thema Flughafen widmet. Welche Insiderwitze hat Autorin Beatrice Kaufmann diesmal versteckt? Wie zeichnet man eigentlich so ein Wimmelbuch? Und was hat es mit dem Nilpferd im Cockpit auf sich? Beatrice Kaufmann – Grafikerin, Designforscherin, Mutter dreier Kinder und Schöpferin des bereits 10’000-fach verkauften Bern-Wimmelbuchs – hat uns die Geheimnisse rund um ihr neustes Werk verraten. (Drei der Bücher gibts zu gewinnen, ganz zu Ende lesen!)

Bee Kaufmann, im neuen Wimmelbuch dreht sich alles um den Flughafen Zürich-Kloten. Warum gerade dieser Ort?
Ich finde die ganze Flughafenwelt selbst sehr faszinierend. Und meine Kinder natürlich sowieso: all die Flugzeuge! Oder auch die Frage, was da mit meinem Koffer passiert, wenn er bei der Gepäckaufgabe auf dem Rollband verschwindet. Die Arbeit an diesem Buch war für mich zudem eine Reise zurück in meine Aviatikzeit; ich habe während des Studiums – damals noch zu Swissair- und Balair-Zeiten – lange als Flight Attendant gearbeitet. Übrigens habe ich mich zusammen mit zwei Flight-Attendant-Kolleginnen im Buch verewigt (lacht).

Womit wir schon bei den Insiderwitzen wären. Welche sind sonst noch im Buch versteckt?
Einige! Beispielsweise habe ich meine Familie ins Buch geschmuggelt. Auch mein Gottemeiteli ist dabei, und zwar mit dieser Anekdote: Wir waren einmal gemeinsam unterwegs am Flughafen, als die Kleine vor dem Check-in auf den Boden piselte. Und dann natürlich die Namen der Airlines, damit habe ich auch gespielt: Aus der Japan Airlines JAL wurde zum Beispiel YAL, das sind die Initialen meiner drei Kinder. Die Suchobjekte, die man auf jeder Seite entdecken kann, sind diesmal keine Bären, sondern eine tierische Flugzeugbesatzung. Da gibt es Hilda das dicke Nilpferd, sie ist die Flugkapitänin. Oder Franca die Katze, sie ist Flugbegleiterin.

«Ich habe meine Familie ins Buch geschmuggelt. Auch mein Gottemeiteli ist dabei.»

Wie zeichnet man ein Wimmelbuch?
Der Prozess ist immer derselbe. Als erstes überlege ich mir die sieben Sujets. Das ganze Buch wird auf einem einzigen riesigen Druckbogen gedruckt; um diesen Platz möglichst gut auszunützen, können es nur sieben Sujets sein. Da wir von Anfang an eine Kooperation mit der Flughafen Zürich AG eingingen, hatte auch diese ein bisschen etwas mitzureden. Ihnen war beispielweise der Einkaufsbereich wichtig, zudem wollten sie keine Sicherheitskontrollen abgebildet haben, weil man das negativ assoziieren könnte.

War es nicht einschränkend, solche Wünsche berücksichtigen zu müssen?
Da beides mit meinen gestalterischen Ideen gut aufging, konnte ich ohne Weiteres mit diesen Wünschen leben. Die Eingangshalle etwa, wo sich die Läden befinden, gibt mit den verschiedenen Ebenen und all den sich kreuzenden Rolltreppen einiges her. Als die Sujets standen, begann ich mit dem Bildaufbau: Welchen Gebäudeausschnitt zeigt man, was lässt man weg? Dann bin ich beim Skizzieren immer mehr in die Details gegangen, habe überlegt, welche einzelnen Szenen ich einbauen könnte: ein Koffer, der vom Gepäckband fällt; die Geschichte mit dem Gottemeiteli.

Zeichnest du auf Papier?
Dieses Mal habe ich zum ersten Mal alles digital gezeichnet. Dazu war ich auch mehrmals mit dem iPad in Zürich am Flughafen und habe direkt vor Ort skizziert. Zuerst fertige ich jeweils Strichzeichnungen in schwarzweiss, ganz am Schluss wird koloriert.

Gab es Sujets, die unbedingt drin sein mussten?
Ich wollte natürlich viele Flugzeuge drin haben – und die Gepäcksortieranlage. Das ist ja etwas, das man normalerweise nicht zu sehen bekommt. Im Buch ist das letztlich extrem reduziert dargestellt, aber in Wirklichkeit ist das eine Höllenanlage, ein Gewirr von Fliessbändern wie eine Art Gedärm, in dem das Gepäck verdaut wird.

Mit dir als Illustratorin und deinem Mann als Verleger sind die Wimmelbücher ein richtiges Familienprojekt. Wie steht es mit euren Kindern, durften sie auch mitreden?
Mein Mann ist tatsächlich konzeptionell stark mitbeteiligt, da er mit seiner Schwester den Verlag vatter&vatter führt – die Arbeit geht da Hand in Hand. Diesmal hatte auch mein Ältester, er ist bald 8, ein paar Ideen für Sujets. Ich liess ihn einige Male auf dem Tablet mitzeichnen. Er hatte die Idee mit den Marsmännchen, die gerade landen; die habe ich aufgenommen. Seine zweite Idee war das Gepäckband als Laufband. Ich habe dann Hürdenläufer gezeichnet, die über die Koffer springen. Das musste ich allerdings auf Geheiss der Flughafenbetreiberin wieder rausnehmen, weil keine lebensgefährlichen oder sicherheitstechnisch heiklen Situationen abgebildet sein durften.

«Mein ältester Sohn hatte die Idee mit den Marsmännchen, die gerade landen; die habe ich aufgenommen.»

Musstest du noch andere Szenen entschärfen?
Ja; beispielsweise warfen die Kinder auf der Zuschauerterrasse ihre Papierflieger ursprünglich aufs Flugfeld. Da es ernsthaft gefährlich würde, wenn solche Flieger in die Düsen gerieten, werfen sie ihre Flieger jetzt in die andere Richtung.

Hast du schon Ideen für ein nächstes Buch?
Eine Idee ist tatsächlich vorhanden. Das Buch wird wieder mit Bern zusammenhängen, aber es wird kein Wimmelbuch – mehr verrate ich noch nicht.

Das Flughafenwimmelbuch von Vatter&Vatter ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Die Buchvernissage findet am 30. November 2017 ab 17 Uhr im Quartiercafé Flieger an der Mittelholzerstrasse 30 in Bern statt. 

Bee Kaufmann

Verlosung

Wir verlosen 3 Flughafenwimmelbücher! Schreibt uns dafür hier bis 19. November 2017, 23:59 Uhr, einen Kommentar. Teilnehmen können alle LeserInnen mit Wohnsitz in der Schweiz.