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Die Patin, Teil II

Wer als Gotte oder Götti mehr bieten möchte als Päckli, findet in unseren erprobten Tipps für Bern die nötige Inspiration. Teil II der Saga.
7 Mai 2017
Bild — Bruna Casagrande

Zelten unter dem Stuckaturhimmel

Campieren Sie nie in einem Wadi, bläute ein früherer Geographielehrer meinen Gymi-Kollegen und mir derart erfolgreich ein, dass uns beim Stichwort «Zelt» bis heute Visionen von Tsunamis im Wüstensand überkommen. Dass das Campieren im eigenen Wohnzimmer hingegen unbedingt zu empfehlen ist, hat er uns verschwiegen. Die Kinder kommen über Nacht, aber es fehlt an Gästebetten? Wer aus der Not ein Abenteuer machen will, stellt das Zelt in der Stube auf und lässt die Kleinen mit Schlafsack und Mätteli unter dem Stuckaturhimmel übernachten. Oder legt sich gleich selbst dazu. Das einzige Risiko dabei: Die Kinder werden tags darauf heulen und betteln, um nicht abreisen zu müssen.

Abenteuer Spielplatz

Der beste Spielplatz ist nie weit, ob man nun im Breitsch wohnt oder im Mattenhof. Denn Bern birgt einen zu grossen Schatz an tollen Spielplätzen, als dass man so einfach einen Sieger küren könnte. Klassiker sind natürlich die Robinsonspielplätze am Schützenweg oder am Langmauerweg: «Achtibahnen», ausrangierte Autos und Flugzeuge, 1001 Bastel-, Bau- und Klettermöglichkeiten verfehlen ihre Wirkung nie. Aber Bern hat noch andere Spielplatzperlen zu bieten, zum Beispiel den Waldspielplatz Studerstein an der Ecke Viererfeldweg/Studerstrasse. In der über dem Neufeldtunnel künstlich aufgeschütteten Hügellandschaft verteilen sich abwechslungsreiche Spielgeräte (Seilbähnli, Kletterturm, Rutschbahnen) und verschlungene Pfade zum Entdecken und Verstecken. Die naturnahe Gestaltung hebt sich erfreulich ab vom üblichen Spielplatz-Einerlei und ist auch für Erwachsene einen Ausflug wert. Dasselbe gilt für den Spielplatz Elfenau an der Ecke Brunnadernstrasse/Egghölzlistrasse. Der lange Bachlauf sorgt für Spass für die Kinder und Ruhe für die Erwachsenen (sofern man an Gummistiefel und Ersatzhosen gedacht hat). Hat man genug vom Bächlistauen, kann man durch die historische Parkanlage und den ProSpecieRara-Garten schlendern, sich in der Orangerie bei einer heissen Schoggi oder einem Mezzeteller erholen oder auch einen Spaziergang zum Dählhölzli unternehmen.

Barbapapa und Berner Bären

Zwei Bücher gehören in jeden Gotte-Götti-Notfallkoffer. Wer schon morgens um 8 Uhr gerne auf dem Spielplatz steht, beachte Tipp Nummer 2. Für alle anderen gibt es einen sicheren Weg, die kleinen Plagegeister am Sonntagmorgen für eine Schonfrist zurück in die Federn oder zumindest aufs Sofa zu locken: Barbapapa. Die Geschichten sind reichlich albern, zugegeben, und die altbackenen Illustrationen treffen auch nicht zwingend den Geschmack designverwöhnter Hipstergottis (wobei man natürlich zu Recht einwenden könnte, sie seien mid-century). Jedenfalls kann Barbapapa mit einem nicht zu unterschätzenden Vorzug trumpfen: Kinder lieben ihn, punktum. Und zwar alle, von der Dreijährigen bis zum Zweitklässler. Die Faszination fängt schon auf den inneren Umschlagseiten an, wo der gesamte Clan vorgestellt wird: «Ich bin Barbawum, du kannst Barbalala sein. – Nein, ich bin Barbawum! Und Barbabo!» Ähnlich vielseitig einsetzbar ist auch der moderne Berner Klassiker, das Bern-Wimmelbuch. Während die Kleinen die Bären suchen, kichern die Grossen über den Heimlich-Bisler auf dem Gurten oder den seekranken Karussellfahrer vor der «Streitschule». Die Erwachsenen können sich unterdessen darauf beschränken, im Halbschlaf die Seiten umzublättern. Und alle sind glücklich.

* Catherine Bauer ist langjährige begeisterte Gotte und seit ganz kurzem Mutter eines kleinen Buben. Teil I ihrer Tipps für Gotten und Göttis (und Grosis und Grossväter und überhaupt …): Hier.

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