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Frühfranzösisch mit Krokodilen

Louise und Anne wollen nach Louisiana: Der Plattenonkel empfiehlt die Geschichte zweier Schwestern – in Buch- und Liedform hinreissend.
20 Apr 2018
Bild — Yvo Casagrande

Ich war noch nie in Louisiana. Genauso wenig wie die beiden neugierigen Krokodile Louise und Anne, die davon träumen, ein sagenumwobenes Sandwich mit Muscheln zu verspeisen. Und so machen sich die beiden Schwestern auf die gefährliche Reise über den Ozean, geraten in Stürme, werden von Piraten attackiert, bis sie in der Bucht vom Fischer Wallace gerettet werden. Dieser nimmt sie mit nach New Orleans, sie besuchen Konzerte, und natürlich verspeisen die beiden Krokodile später auch das sagenumwobene und fantastische Muschelsandwich, das von einem Strassenhändler feilgeboten wird.

Diese Geschichte erzählen die Illustratorin Valérie Besson und der Musiker Cyril Yeterian in «Louise & Anne vont en Louisiane pour manger un sandwich aux moules». Doch wir sind hier ja nicht bei den Eselsohren, sondern beim Plattenonkel. Und so wird das kurze und hinreissend illustrierte Büechli von einer Vinylsingle begleitet, auf dem die Geschichte auf Französisch erzählt wird (mitsamt der Begrüssung «Bonjour les enfants») und auf der sich auch ein Kinderlied findet. Geschrieben vom Genfer Yeterian – bekannt aus den Bands Mama Rosin oder allenfalls auch Les Pelicans de la Mort, in deren Cajun-Musik die Sehnsucht nach Louisiana und also auch nach New Orleans tonangebend ist –, beginnt es mit Pfeifen und schön dissonanten Flöten, die auf einen allfälligen Flötenunterricht vorbereiten. Dann fiedelt und tanzt das Lied von Louise und Anne los, und es stimmt so euphorisch, dass man am liebsten mit einstimmen möchte in den ausgelassenen Gesang. Oder, wie es im Lied heisst: «Bouge ton popo», so, wie es die «Sister Crocos» auch machen. Jetzt fehlt nur noch das Muschelsandwich.

Erschienen ist «Louise & Anne vont en Louisiane pour manger un sandwich aux moules» auf dem Label Bongo Joe Records. Hier kann man es bestellen.

*Benedikt Sartorius lebt als freischaffender Kulturjournalist in Bern, unterhält auf seiner Website einen Musikblog und verschickt wöchentlich den (gerade für musikinteressierte Eltern in Zeitnot sehr empfehlenswerten) Popletter «Listen Up!». Auf Kleinstadt.ch stellt er in seiner «Plattenonkel»-Reihe einmal pro Monat neue Abenteuer in Sound vor. Hier alle bisherigen Tipps.

Musikblog — www.benediktsartorius.ch/blog
Popletter — Listen Up!

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