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Kirchenfeld mit Kindern: Von wegen langweilig

Kleintiere und Kultur, Glacé und Gamen: Im Kirchenfeld werden Kinder und Erwachsene vielerorts glücklich.
22 Sep 2022

Das Vorurteil hält sich wacker: Das Kirchenfeld gilt als ein langweiliges Quartier, hier gibt es ausser bonzigen Botschaften nichts zu sehen. Ah doch, da ist noch das Dählhölzli. Und die Ka-We-De, sommers ein Freibad, winters eine Eisbahn. Aber das wars dann auch.
Dass dem längst nicht (mehr) so ist, zeigen unsere Tipps für das schöne Quartier in Berns Südosten. Und abgesehen davon sind auch die Botschaften nicht unspannend: Fahnenraten! Schnittige Schlitten schauen! Oder doch lieber planen, was man mit dem leeren grossen Garten machen könnte?

Erleben und entdecken im Kirchenfeld:

  • Dählhölzli: Der Berner Tierpark ist ein Klassiker; und sowohl Streichelzoo wie Spielplatz verleiden unseren Kindern spannenderweise auch beim 1000. Besuch nicht. An dieser Stelle ein grosses Merci an die grossartigen Tierpfleger:innen, die Kindern mit viel Geduld erklären, warum sie die Felsen bei den Steinböcken mit dem Schlauch herunterwaschen (Bisi! Gagi!) oder wie genau die alte Eselin eingeschläfert wurde. Wer keinen Eintritt zahlen möchte, ist auch im Gratisbereich des Zoos bestens bedient: Die Promenade der Aare entlang ist wunderschön und die Kinder haben Spass an den Biber-Beobachtungsröhren und dem Wildererpfad beim Steinbockgehege. Für die nötige Lauf-Motivation steht im Sommer ein kleiner Gelateria-di-Berna-Wagen beim Spielplatz. Im Vivarium (Achtung feucht-warm, es gibt Garderobenhaken beim Eingang für Winterkleider) wimmeln drinnen und draussen Tierarten aller Art. Und als Highlight lockt ein Besuch im neuen Eulen Bistro auf einen feinen Hot Wolf oder Hot Dog (alles auch in vegan erhältlich!).
    Dählhölzli (hier gehts zu den Fütterungszeiten der Papageientaucher und Seehunde im Vivarium)
    Eulen Bistro (hier gehts zum Menü, von November bis Februar geschlossen)
Vivarium
  • Thormann Spielplatz: Der Spielplatz am Waldrand unweit vom Tierpark ist nicht vielen bekannt und dementsprechend selten überfüllt. Er ist eingezäunt und bietet Platz zum Rumrennen und Spielen, in einer Kiste gibt es praktischerweise schon Sandspielsachen.
    Adresse: Jubiläumsstrasse 33, auf Google Maps (nächste Bushaltestelle Tierpark der Linie 19)
  • Einfache Naturfreuden: Ganz oft braucht es keine institutionalisierten Aktivitäten und ein einfaches Auslüften der Kinder reicht. Der Dählhölzliwald ist ein Wirrwarr an kleinen Wegen und man ist schnell in die schöne Elfenau spaziert, zum Beispiel. Es gibt coole Brätlistellen im Wald und auch auf dem Rückweg der Aare entlang kann man sich wunderbar vertörlen. Die Nachmittagssonne scheint noch lange bei den Sandbänken entlang des Dählhölzliweges und bei tiefem Wasserstand steht einem fröhlichen Buddel-Nachmittag nichts im Weg.
Kirchenfeld_Kinder_Aare
  • Seilpark: Achtung, Suchtgefahr! Alle grossen und kleinen Möchtegern-Äffchen finden Gefallen am Seilpark im Dählhölzliwald. Für Kinder zwischen 4 bis 8 Jahren gibt es verschiedene Kinderrouten, einen Kletterbaum und eine Seilbahn, ein Erwachsener muss am Boden mitgehen (diese Begleitperson zahlt keinen Eintritt). Ab 8 Jahren dürfen die Kinder auch auf die grossen Routen, auch dort muss ein Erwachsener mitklettern, dann allerdings inklusive Eintritt.
    Weitere Infos zum Seilpark Ropetech: www.ropetech.ch. Nächste Bus- oder Tramhaltestelle: Thunplatz.
  • Ka-We-De: Viele kennen das nostalgische Bad noch von früher, wo man im Teenageralter erste Annäherungsversuche mittels Kampf um die Plastikringe gewagt und im Winter mit etwas Glück schon verliebte Runden auf den Schlittschuhen gedreht hat. Für Familien ist das Bad ideal, weil es eine übersichtliche Grösse und eine fantastische Rutschbahn hat – das allerbeste ist aber das Wellenbad! (Kinder sollten gut schwimmen können; Flügeli und sonstige Schwimmhilfen sind hier nicht erlaubt). Dadurch, dass man einzig in der Ka-We-De Eintritt zahlen muss, ist es auch selten überlaufen. Im Winter ist die Ka-We-De eine Eisbahn – fehlt nur noch die Eisdisco!
    Freibad Ka-We-De
    Kunsteisbahn Ka-We-De
Ka-We-De Eisbahn
  • Auch der Brunnen auf dem Helvetiaplatz (im Sommer gefüllt, im Winter leer – rennen und klettern gehen immer!) oder die Spielkiste auf dem kleinen Platz neben dem Kiosk machen Kindern ohne grossen Aufwand Spass.
    Hier sieht man den genauen Standort der Spielkiste
  • Museen à gogo: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung? Im Kirchenfeld müsste das so heissen: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die Qual der Wahl für das richtige Museum! Neben den eher weniger bekannten Schweizer Schützen- oder dem alpinen Museum, hat das Kirchenfeld das Who is Who der Berner Museen für sich gepachtet. Auf kleinstem Raum wird hier wohl wirklich jeder Kultur- und Kunstfan glücklich. Unsere Favoriten: Das Museum für Kommunikation («Das mit em coole Game») oder das Natuti («das mit den Stopftierli» aka das naturhistorische Museum). Vor allem im Sommer toll ist auch das Historische Museum mit den Münsterbaustationen für Kinder draussen im Park und der coolen Bar auf der Wiese. Ein grosses Highlight ist jeweils auch das Fest des geplanten Museumsquartiers im Sommer (wir weisen jeweils in unserem Newsletter darauf hin).
    Schweizer Schützenmuseum
    Alpines Museum
    Museum für Kommunikation
    Bernisches Historisches Museum 
    Naturhistorisches Museum
  • Spielrevier: Im Rahmen des neu geplanten Museumsquartiers hat der Verein Spielrevier schon mehrmals den Platz zwischen historischem Museum und Museum für Kommunikation bespielt. Letztes Jahr begeisterte ein Irrgarten, aktuell ist eine wilde Spiellandschaft aufgebaut auf dem Platz zwischen den massiven Bauten.
    Freie Spielnachmittage vom Spielrevier gibt es aktuell bei den Schulhäusern Manuel und Wittigkofen und beim Pumptrack Burgfeld. www.spielrevier.ch
  • Zuma und George: Die beiden Schweine an der Hallwylstrasse (zwischen Aegerten- und Bernastrasse, direkt gegenüber der eidgenössischen Münzprägestätte Swissmint) sind ein absoluter Geheimtipp! Selbst alt eingesessene Quartierbewohner:innen kennen die beiden Wollschweine (?) Zuma und George nicht. Durch einen Schlitz im Gartenzaun dürfen Kinder den wolligen Wesen sogar Gemüse und Früchte verfüttern.
Schweine füttern

Essen und trinken im Kirchenfeld:

Bei coolen Cafés und feinen Restaurants besteht im Kirchenfeld noch Nachholbedarf. Im Sommer sind das Grottino und die Museumsbar vor dem Historischen Museum tolle Locations, im Winter ist die Auswahl allerdings ziemlich überschaubar. Fünf kleine Alternativen neben den altbekannten Pommes-Platzhirschen Dählhölzli, Ka-We-De und Sportbar Bärn.

  • Grottino: Das Gartenlokal unten an der Aare ist ein grandioses Plätzchen bei schönem Wetter. Für kleine Kinder hat es einen Sandkasten, grössere spazieren zum nahen Bächli hinter dem Kindergarten Dalmaziquai oder bleiben auf der tollen Wildblumenwiese.
    Achtung: Ist schnell ausgebucht, unbedingt reservieren. Die Saison 2022 dauert noch bis zum 2. Oktober. www.grottino-by-metzgerstübli.ch
Blumen pflücken im Kirchenfeld
  • Vatter Royal: Ein lauschiges Gärtchen, feine Kaffees (und Babyccinos) und gutes Brot, das alles gibt es im Vatter Royal an der Thunstrasse (offiziell Luisenstrasse 14).
    Weitere Infos: Vatter Royal auf Facebook (Linktipp: Sieben weitere kinderfreundliche Cafés in Bern)
  • Der Kiosk Röthlisberger direkt neben der Schule Kirchenfeld ist für viele Eltern im Quartier Fluch und Segen zugleich: Am Sonntag feine Laugengipfeli holen? Gerne! Vor dem Mittagessen die Kids mit einem Schläcksäckli erwischen? Ender weniger. Aber wo gibt es für 50 Rappen noch richtig was zu Kitschen wie in den tiefsten Achtzigern? Und für die vielen Eltern auf dem Heimweg von Dählhölzli und Co. ist die Bäckerei ein hilfreicher Zwischenstopp gegen jegliche Anflüge von Hangriness.
    www.baeckerei-roethlisberger.ch, 10 Schritte von der Bushaltestelle Tillierstrasse
  • Landes-was? Die Schweizer Landesbibliothek ist vielen vielleicht noch als Ort verstaubter Mikrofilme während fernen Unizeiten im Gedächtnis. Bistrot l’esprit nouveau, frischer Geist, nennt sich die öffentliche Kantine der Bibliothek und ist fern jeglicher Staubberge: Das Essen fein, die Atmosphäre herzlich-bedächtig.
    Die genauen Öffnungszeiten unter: www.bistrot-bern.ch
  • Leider oft zu unrecht übersehen ist das Restaurant Las Alps des alpinen Museums. Mittags gibt es drei Menüs, dazwischen eine kleine Karte mit Apéro und Co.
    Die genauen Öffnungszeiten unter: www.alpinesmuseum.ch/restaurant

Wer noch weitere Tipps fürs Kirchenfeld mit Kindern hat – gerne her damit in den Kommentaren oder per Mail: hallo@kleinstadt.ch!

Florina Schwander

Vor zwei Jahren ist die gebürtige Bernerin von Zürich ins Kirchenfeld gezogen. Seither fühlt sie sich konstant in den Ferien: Rundherum nur schöne Orte und glückliche Menschen!

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